Schlafapnoe

Die Schlafapnoe gehört zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) und bezeichnet das Auftreten von mindestens fünf Apnoen und Hypopnoen pro Stunde (AHI) während der Schlafzeit. Etwa zehn Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr (mit zunehmendem Lebensalter ansteigend) leiden an einer Schlafapnoe. Je nach Entstehung (Genese) unterscheidet man die schlafbezogenen Atmungsstörungen in obstruktiver und zentraler Genese.

Diagnose Obstruktive Schlafapnoe

Unter Obstruktion (Verschluss) versteht man eine Verengung im Bereich der oberen Atemwege (d.h. Mundhöhle, Nasenrachenraum, Schlund bis zur Höhe des Kehlkopfes). Durch die im Schlaf geringere Muskelspannung verliert das Gewebe an Stabilität und sinkt zusammen, sodass es zur Minderatmung (Hypopnoe) bis hin zum vollständigen Verschluss der Atemwege (Apnoe) kommt.

Begünstigt werden Obstruktionen unter anderem durch anatomische Normabweichungen durch Übergewicht und Alkoholkonsum, z.B.:

  • Vergrößerung der Mandeln
  • Vergrößerung der Zunge oder des Zäpfchens

Ferner können Medikamente mit atemdepressiver oder muskelrelaxierender Wirkung beitragen.

Die Verlegung der oberen Atemwege führt während der Nacht zu einer verminderten Sauerstoffsättigung im Blut, sodass der Körper nicht optimal versorgt werden kann. Daneben kann Kohlendioxid (CO2) als Produkt der Zellatmung nicht ausreichend abgeatmet werden. Folglich wird die Struktur des Schlafes immer wieder durch kurze Wachphasen unterbrochen, da es beim Anstieg des CO2-Gehaltes im Blut zu Weckreaktionen (Arousals) kommt. Diese Wachphasen, die mittels der Gehirnströme nachgewiesen werden können, werden vom Patienten nicht immer erinnert.

Neue Therapiemöglichkeit: Zungenschrittmacher

Für die Standardtherapie der obstruktiven Schlafapnoe werden Atemmasken (CPAP Beatmung) eingesetzt. Doch nicht alle Patienten können diese Therapie nutzen oder damit ausreichend behandelt werden, Gründe hierfür können unter anderem eine Silikon- oder Latexunverträglichkeit sein aber auch Nebenwirkungen durch den zu hohen Druck der Beatmung. Das Schlaflabor am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf gehört zu den wenigen Kompetenzzentren in Deutschland, die mit dem Zungenschrittmacher eine neue Therapie anbieten. Hier erfahren Sie mehr:

Diagnose Zentrale Schlafapnoe

Unter zentralen Minderatmungen (Hypopnoen) und zentralen vollständigen Atempausen (Apnoen) versteht man Atmungsstörungen, die auf einen fehlenden Atemantrieb zurückzuführen sind. Dieses kann z.B. Folge eines Schlaganfalls mit Schädigung des Atemzentrums sein. Eine besondere Form der zentralen Apnoe stellt die Cheyne-Stokes-Atmung dar. Es handelt sich hierbei um eine periodisch zu- und abnehmende Atemtiefe bis hin zum Atemstillstand. Diese ist oft Folge einer Herzerkrankung.