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14.05.2020

Den Schmerz ausgeknipst: Die erste Halswirbelsäulen-Operation im FNK durchgeführt

Chefarzt Prof. Dr. med. Sönke Frey und Dr. med. André Gorbachevski mit dem Patienten bei der Nachbesprechung der Halswirbelsäulen-Operation. (Foto: Frank Elschner)

Düsseldorf, 14. Mai 2020. Chefarzt Prof. Dr. med. Sönke Frey und Dr. med. André Gorbachevski, Leiter des Departments Wirbelsäulenchirurgie der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie, haben die erste Halswirbelsäulen-Operation im Florence-Nightingale-Krankenhaus durchgeführt. Die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen vom obersten Halswirbel bis zum unteren Wirbelsäulenende gehört zum erweiterten Leistungsspektrum der Klinik.

Der 38-jährige Patient, Marco Jungmann, hatte eines Morgens im Bett nach seinem Hund gegriffen, einen lauten Knacks vernommen und starke Schmerzen vom Nacken bis in die Finger der linken Hand verspürt. Den linken Arm konnte er nicht mehr ausstrecken. Durch einen Bandscheibenvorfall zwischen dem sechsten und dem siebten Halswirbel war der Nerv eingeklemmt, was einen heftigen Dauerschmerz und eine Lähmung der linken Armstreckung zur Folge hatte. Vom niedergelassenen Orthopäden wurde er ins FNK überwiesen, um den Bandscheibenvorfall entfernen und die Bandscheibe durch ein Implantat ersetzen zu lassen.

Da der Patient bei der Aufnahme im Krankenhaus im linken Arm nichts mehr spürte, entschieden sich die beiden Ärzte, Prof. Dr. med. Sönke Frey und Dr. med. André Gorbachevski, den Eingriff sofort durchzuführen und nicht bis zum geplanten Termin am Folgetag zu warten. Über einen nur 3 bis 4 Zentimeter kleinen Schnitt in der Hautfalte am Hals gelangten die beiden Operateure ins Gewebe. In einer ca. einstündigen Operation konnten sie die defekte Bandscheibe entfernen und durch ein Implantat ersetzen. „Mit der Entfernung des Bandscheibenvorfalls kann der eingeklemmte Nerv entspannen. In den meisten Fällen verschwindet damit der Schmerz so plötzlich wie er gekommen ist. Der kleine Schnitt wird später kaum noch zu sehen sein“, erklärt Prof. Frey.

„Ich bin so froh, dass ich keine Schmerzen mehr habe! Der Schmerz ist wie ausgeknipst“, freut sich Marco Jungmann, der bereits drei Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Die Behandlung wird vom niedergelassenen Orthopäden fortgesetzt. Auch die neurochirurgische Reha will Marco Jungmann ambulant durchführen, um den Arm bald wieder vollständig bewegen zu können. 

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Die Klinik bietet das gesamte Spektrum der Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems durch konservative und operative Verfahren. Pro Jahr werden hier ca. 6.500 ambulante Untersuchungen sowie 2.600 stationäre und 400 ambulante Operationen durchgeführt.

Die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen vom obersten Halswirbel bis zum unteren Wirbelsäulenende gehört zum erweiterten Leistungsspektrum der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie. Neben den sehr häufigen degenerativen Veränderungen wie Bandscheibenvorfällen, Wirbelkanaleinengungen und Wirbelgleiten gehören Wirbelbrüche durch Osteoporose oder nach Unfällen sowie Infektionen an der Wirbelsäule dazu. Weitere Schwerpunkte der Klinik sind die Endoprothetik sowie die Fußchirurgie, aber auch die minimalinvasive operativen Therapie bei osteoporotischen Beckenbrüchen.