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21.05.2021

Endlich raus ins Freie: Bewegung fördert die Entwicklung von Kindern - bei Unfällen zum Kinderchirurgen

Dr. med. habil Bertram Reingruber untersucht einen jungen Patienten. (Foto: Kaiserswerther Diakonie / Frank Elschner, vor Corona aufgenommen)

Düsseldorf, 21. Mai 2021: „Gerade im Frühjahr kommen etwas häufiger kleine Patienten zu uns, die sich nach der bewegungsärmeren Winterzeit beim Trampolinspringen oder in einer anderen Sportart mal wieder so richtig ausgetobt haben“, berichtet Dr. med. habil. Bertram Reingruber, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie.

„Wenn Kinder sich dabei ernsthaft verletzen, sollten die Eltern mit ihnen einen Kinderchirurgen aufsuchen“, empfiehlt der Chefarzt. Der Grund: „Nicht immer ist gleich eine Röntgenaufnahme erforderlich, wenn Kinder auf die Hände gestürzt sind und die Gelenke schmerzen. Auch benötigen die allermeisten Knochenbrüche keine Operation und können dem natürlichen Heilungsverlauf überlassen werden. Wir erkennen jedoch auch die kritischen Situationen beispielsweise im komplizierten Ellenbogengelenk und sind dort sehr vorsichtig.“ Sollte eine Operation nötig sein, kommen dabei minimalinvasive Eingriffe nicht nur in der Bauchchirurgie sondern gerade auch in der Knochenbruchbehandlung zum Einsatz, diespeziell hierfür von den Kinderchirurgen entwickelt wurden. Reingruber erläutert: „Narben sollten aufgrund des noch anstehenden Wachstums so klein wie möglich gehalten, die Wachstumszonen der Knochen geschont und Röntgenstrahlen wenn möglich vermieden werden.“

Trotz aller Verletzungsgefahren plädiert der Chefarzt: „Kinder sollten sich auch austoben können und ihre Koordination, ihr Herz-Kreislauf-System trainieren. Trampolinspringen fördert Beweglichkeit und Ausdauer und hilft damit auch, andere Krankheitsrisiken zu reduzieren.

Eltern sollten vor Übungsbeginn die Sicherheit des Gerätes überprüfen und darauf achten, dass nicht mehrere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin springen und sich gegenseitig gefährden. Dies steigert die Häufigkeit und Schwere der Unfälle nachweislich um ein Vielfaches, und das nicht nur im Frühjahr.“