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10.09.2015

Experten-Beratung bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs

Foto: MedizinFotoKöln (MFK)

Düsseldorf, 10. September 2015. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei acht Prozent, für Eierstockkrebs bei einem Prozent. Anders ist es bei Frauen, in deren Familie bereits Angehörige an Krebs erkrankt sind. Ihr Erkrankungsrisiko ist höher. Um Frauen, die familiär vorbelastet sind, individuell und umfassend zu beraten, hat die Klinik für Gynäkologie am Florence-Nightingale-Krankenhaus (FNK) gemeinsam mit dem Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln eine Sprechstunde für vererbbaren Brust- und Eierstockkrebs eingerichtet. Das Angebot des Gynäkologischen Krebszentrums unter der Leitung von Prof. Dr. med. Björn Lampe, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am FNK, konnte damit erweitert werden.

Die neue Sprechstunde wird in enger Zusammenarbeit mit dem auf Krebserkrankungen spezialisierten Kölner Zentrum angeboten. Die leitende Oberärztin des Zentrums, PD Dr. Kerstin Rhiem, ist dazu regelmäßig in der Kaiserswerther Klinik vor Ort. Sie berät die Patientinnen gemeinsam mit Katharina Slotta, Oberärztin in der Gynäkologie des FNK. Für die familiäre Belastung ist häufig eine Veränderung der Gene (Mutation) BRCA1 und BRCA2 (die Abkürzung bedeutet breastcancer, englisch für Brustkrebs) verantwortlich. Frauen mit einem erhöhten Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs tragen die BRCA 1/2-Genmutation in sich. Ob eine genetische Beratung sinnvoll ist, lässt sich mit Hilfe eines Fragebogens zur ersten Risiko-Einschätzungvorab klären. Wer mindestens eine von acht Aussagen bestätigen kann, sollte sich in der gynäkologischen Klinik beraten lassen. Darunter sind zum Beispiel Kriterien wie „In meiner Familie sind mindestens drei Frauen an Brustkrebs erkrankt“ und „In meiner Familie sind mindestens zwei Frauen an Eierstockkrebs erkrankt“. Frauen, die sich in der Klinik vorstellen, erhalten nach einem Erstgespräch und der Erstellung eines Familienstammbaums eine Beratung ihres individuellen Erkrankungsrisikos. Sollte eine genetische Untersuchung sinnvoll sein, wird eine Blutentnahme durchgeführt. Für den Fall, dass eine Genmutation nachgewiesen wird, informieren unsere Ärzte die Patientinnen ausführlich über Präventionsmöglichkeiten. Weitere Informationen erhalten Betroffene im Sekretariat der Gynäkologie unter Fon 0211.409 2519 oder per E-Mail an gynaekologie(at)kaiserswerther-diakonie.de.