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24.06.2019

Gesundheitstipp: Fit durch die heißen Sommertage

Um für die heißen Sommertage gewappnet zu sein, gibt PD Dr. med. Matthias Banasch hilfreiche Tipps. (Foto: Pixabay/JillWellington)

Düsseldorf, 24. Juni 2019. Sommer, Sonne, Hitzewelle: Diese Woche klettern die Temperaturen über 30 Grad. An heißen Tagen wie diesen leiden viele Menschen an Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schweißausbrüchen oder Schlaflosigkeit. PD Dr. med. Matthias Banasch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit Gastroenterologie und Onkologie am Florence-Nightingale-Krankenhaus, erläutert, woher die Beschwerden kommen und was man dagegen tun kann.

Herr Dr. Banasch, wie reagiert der menschliche Körper auf hohe Außentemperaturen von über 30 oder gar 40 Grad?

PD Dr. med. Matthias Banasch: Unser Organismus versucht, die Körpertemperatur konstant zu halten. Die Blutgefäße weiten sich, um möglichst viel Wärme abgeben zu können. Über die Schweißdrüsen wird Wasser aus dem Blut an die Körperoberfläche gepumpt. An der Hautoberfläche verdunstet es, die dabei entstehende Verdunstungskälte ermöglicht es dem Körper abzukühlen. Bei einigen Menschen fällt durch das Ausdehnen der Blutgefäße der Blutdruck ab, sie leiden an Kreislaufschwäche, schweren Beinen, Schwindel oder Unwohlsein.

Was hilft in diesen Fällen?

PD Dr. med. Matthias Banasch: Bei schweren Beinen oder Kreislaufproblemen hilft es, sich auf den Rücken zu legen und die Beine hoch zu lagern. Ein kühles Fußbad kann gut Linderung verschaffen oder auch ein nasser Lappen, für ein bis zwei Minuten im Nacken aufgelegt. Auch unterwegs kann man für eine Minute kaltes Wasser über die Innenseite der Handgelenke oder die Unterarme laufen lassen. Das kühlt ab, die Blutgefäße ziehen sich wieder zusammen. 

Was kann ich noch tun, um die Beschwerden zu lindern oder noch besser, sie zu verhindern?

PD Dr. med. Matthias Banasch: Da gibt es verschiedene Ansätze, die am besten gebündelt wirken. Zum einen ermöglicht luftige, helle Kleidung dem Körper, die eigene Temperatur zu regulieren. Eine Kopfbedeckung schützt vor heißen Sonnenstrahlen. Zum anderen sollten Räume an heißen Tagen morgens und abends gelüftet werden, nicht während der größten Mittagshitze. Von außen weiße, blickdichte Rollos halten die Sonnenstrahlen ab, während dunkle Vorhänge Hitze speichern. Wer eine Klimaanlage nutzt, sollte darauf achten, dass der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen moderat ist, um den menschlichen Organismus nicht zu überfordern. Zu kühle, trockene Luft reizt die Schleimhäute, die Infektionsgefahr steigt. Auch ein steifer Nacken kann die Folge sein.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

PD Dr. med. Matthias Banasch: Alarmsignale für einen Hitzekollaps sind starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit. Ein Hitzekollaps entsteht durch Überanstrengung oder extrem feuchte Hitze, das Regulationssystem ist überfordert und es kommt zu einem Hitzestau im Körper. Dann besteht die Gefahr, dass der Kreislauf versagt und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Bei hohem Fieber, Ohnmacht und heißer, trockener Haut sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Besonders gefährdet für einen solchen Hitzschlag sind kleine Kinder oder alte Menschen, deren Körper nicht ausreichend selbst gegensteuern kann.

Noch mehr Tipps, worauf Sie im Sommer bei der Ernährung, Getränken und Sport achten sollten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Kaiserswerther Mitteilungen ab Seite 18.