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06.03.2021

"Man kann sich auch mit gesunden Lebensmitteln dick und krank essen“: Diabetes mellitus im Fokus am Tag der gesunden Ernährung am 7. März

Düsseldorf, 6. März 2021: Der 7. März ist im deutschsprachigen Raum der „Tag der gesunden Ernährung“. Der Aktionstag ist in diesem Jahr der Volkskrankheit „Diabetes mellitus“ gewidmet. Aktuell sind mindestens 8 Millionen Menschen in Deutschland davon betroffen (Quelle: Deutsche Diabetes Hilfe), jedes Jahr kommen mehr als 600.000 Neuerkrankungen hinzu. Davon entfallen über 90 Prozent auf den sog. Typ-2-Diabetes mellitus. Ein Viertel der Betroffenen weiß noch nichts von der eigenen Erkrankung. Denn „Diabetes tut nicht weh“, weiß PD Dr. med. Matthias Banasch, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Allgemeine Innere Medizin am Florence-Nightingale-Krankenhaus.

„Früher wurde der Typ-2-Diabetes gerne als Altersdiabetes bezeichnet. Heutzutage sind immer häufiger auch jüngere Menschen von der chronischen Stoffwechselerkrankung betroffen“, erläutert der Chefarzt. „Um schwere Folgeerkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkte, Schlaganfälle, schwere Nierenfunktionsstörungen und Gefäßerkrankungen zu verhindern, ist es wichtig, Diabetes frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Außerdem wirkt sich ein schlecht eingestellter oder gar unbekannter Diabetes mellitus negativ auf z.B. den Heilungsverlauf nach Operationen oder andere komplexe, medizinische Behandlungen aus. Daher untersuchen wir alle Patienten, die in unserer Klinik stationär aufgenommen werden, ob sie an Diabetes mellitus erkrankt sind. Wird bei einem Patienten die chronische Stoffwechselstörung erkannt, erfolgt eine umfängliche Beratung und – wenn erforderlich – die Einleitung einer medikamentösen Therapie. Viele Menschen verbinden Diabetes immer noch mit Insulin-Spritzen, doch gerade beim Typ-2-Diabetes steht Insulin eher am Ende der Therapiekette. In den letzten 15 Jahren konnten die medikamentösen Möglichkeiten deutlich erweitert und verbessert werden. Bei Patienten, deren Diabetes bereits diagnostiziert ist, prüfen und optimieren wir die antidiabetische Medikation mit Blick auf die anstehende Behandlung.“ Individuelle Beratung für stationäre Patienten sowie Gruppenschulungen für ambulante Patienten runden das Angebot der Klinik ab.

Die sprunghafte Zunahme des Typ-2-Diabetes mellitus, insbesondere bei den unter 60jährigen, ist vor allem auf unseren (westlichen) Lebensstil zurückzuführen: Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung erhöhen wesentlich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. „Um Diabetes vorzubeugen, ist neben regelmäßiger Bewegung – mindestens 30 Minuten am Tag - eine mediterrane Mischkost mit viel Gemüse, Obst, Olivenöl und Fisch zu empfehlen. Übermäßige Mengen an Zucker, die z. B. in Softdrinks enthalten sind, sowie Fett sollte man meiden. Gerade industriell zubereitete Lebensmittel enthalten oft zu viel von beidem. Nichts ist verboten, die Menge ist entscheidend, das gilt aufgrund seiner hohen Energiedichte insbesondere auch für Alkohol. Was Wenige wissen: auch Nikotinverzicht senkt das Diabetes-Risiko. Aber: man kann sich auch mit vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie zum Beispiel Nudeln und Kartoffeln dick und krank essen. Am Ende kommt es immer auf die Menge und die Zubereitung an“, erläutert der Internist und Diabetologe.

Wer sein individuelles Risiko testen möchte, in den nächsten 5 Jahren an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, findet auf der Seite der Deutschen Diabetes-Hilfe einen Fragebogen. Dieser wurde mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) entwickelt. Der Test ist nicht bei Personen anwendbar, bei denen bereits ein Diabetes bekannt ist.