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27.11.2018

Malika kann wieder laufen: Spenden ermöglichen Operationen

Dank Spendengeldern konnte das Team am FNK dem Mädchen aus Afghanistan helfen. (Foto: Rendel Freude)

Düsseldorf, 27. November 2018. Als Malika 2016 nach Deutschland kam, konnte sie sich nur robbend fortbewegen oder musste sich tragen lassen. Beide Beine waren vernarbt und verdreht, die Füße kaum noch als solche zu erkennen. Kaum vorstellbar, dass die 9-Jährige aus Afghanistan jemals wieder auf eigenen Beinen stehen könnte – für Dr. med. Daniel Frank, Experte für Fußchirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus, schon. Er operierte Malika mithilfe von Spendengeldern des Nothilfefonds der Kaiserswerther Diakonie.

Malika hatte sich an der offenen Feuerstelle ihres Hüttendorfes in Afghanistan schwer verbrannt. Die extremen Vernarbungen verhinderten, dass Knochen und Sehnen weiter wachsen konnten. „Als ich Malika sah, gingen in meinem Kopf gleich die Überlegungen los, wie wir am besten vorgehen könnten. Es war schon eine Herausforderung, da es sich um Langzeitschäden handelte, aber es war machbar“, so Dr. Frank, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie. Gemeinsam mit dem Team der Plastischen Chirurgie löste er Narben, verschob Gewebe, verpflanzte Hautpartien, verlängerte Sehnen und fixierte  die Beine mit einem eigens angefertigten Gestell.

Das Geld dafür – insgesamt mehr als 60.000 Euro – kommt aus dem eigens für diesen Zweck eingerichteten Nothilfefonds der Kaiserswerther Diakonie. Krankenkassen bezahlen solche Operationen für ausländische Kinder nicht. Für Malika haben sich vier Spender besonders stark gemacht: Bild hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“, der Lions Club Düsseldorf-Kaiserswerth, der Rotary Club Düsseldorf-Schlossturm, die Smith & Nephew GmbH sowie das Sanitätshaus Curt Beuthel GmbH & Co. KG.

Zurzeit ist Malika im Friedensdorf International, wo sie sich von den insgesamt zwölf Operationen erholen kann. Wenn sie nach Afghanistan zu ihren Eltern und den vielen Geschwistern zurückkehrt, wird sie nicht mehr darauf angewiesen sein, dass jemand von ihrer Familie sie trägt. Sie wird ihnen aufrecht entgegengehen können.

Um Kinder aus Kriegs- oder Krisengebieten zu ermöglichen, von Fachärzten im Florence-Nightingale-Krankenhaus behandelt zu werden, hat die Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie den „Kindernothilfefonds“ eingerichtet. Mit Spendengeldern werden Kosten für solche Behandlungen finanziert, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden.

Mehr Informationen:

Nothilfefonds der Förderstiftung der Kaiserswerther Diakonie

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