Die besonderen Schwerpunkte unserer Geburtshilfe im Detail

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Eine normale Schwangerschaft dauert etwa 40 Wochen. Kinder, die vor der 37 + 0 Schwangerschaftswoche geboren werden, gelten als Frühgeborene. Je näher ein Frühgeborenes an diesen Termin rückt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nur noch geringe Unterstützung durch unsere Kinderärzte und Kinderärztinnen braucht.

Dagegen benötigen Frühgeborene unter der 30. Schwangerschaftswoche noch viel Hilfe und haben daher einen längeren Aufenthalt in der Kinderklinik vor sich. Als Perinatalzentrum Level I können wir die optimale Behandlung Ihres Kindes in dieser Situation gewährleisten. Wir versorgen Kinder ab der 22 + 0 Schwangerschaftswoche, das heißt an der Grenze zur Lebensfähigkeit.

Um eine Frühgeburt zu vermeiden, ist es wichtig, dass sie sich bei Vorboten (Wehentätigkeit, Blasensprung, Blutungen) oder Risikofaktoren (Mehrlinge, Plazentainsuffizienz) jederzeit in unserem Kreißsaal vorstellen. So können wir, je nach Situation, die bestmögliche Therapie für Sie einleiten.

Unter anderem folgende Erkrankungen können Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf haben:

  • Diabetes Typ 1, Typ 2, Gestationsdiabetes
  • Schwangerschaftshypertonie (Bluthochdruck) und Gestose (früher: Schwangerschaftsvergiftung)
  • Schwangerschafts-Cholestase (Gallenstauung)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Infektionserkrankungen
  • Epilepsie
  • Herzerkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen

Wir bieten Ihnen in Kooperation mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin eine interdisziplinäre Schwangerschaftsbetreuung an. Spezialsprechstunden gibt es in unserer Klinik für Gestationsdiabetes und für Präeklampsie. Bitte vereinbaren Sie einen Termin in unserer Schwangerenambulanz.

Folgende Erkrankungen des Kindes machen eine genauere Überwachung der Schwangerschaft erforderlich:

  • Gastroschisis (Fehlbildung der Bauchwand)
  • Chromosomenanomalie
  • Spina bifida (Wirbelspalt, Spaltwirbel)
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • Andere Fehlbildungen
  • Wachstumsretardierung
  • Zytomegalie, Ringelröteln, Toxoplasmose oder andere Infektionserkrankungen

Sollte bei Ihrem Kind eine der oben genannten Erkrankungen vorliegen, vereinbaren Sie bitte frühzeitig einen Termin in unserer Risikosprechstunde. Gemeinsam mit unseren Pränataldiagnostiker:innen, Geburtshelfer:innen, Kinderärzt:innen, Kinderchirurg:innen und Kinderkardiolog:innen, die Ihnen in unserem Hause jederzeit zur Verfügung stehen, planen wir Ihre individuelle weitere Behandlung. Selbstverständlich können Sie sich auch zum Einholen einer Zweitmeinung bei uns vorstellen.

Der Verdacht auf eine Störung der Plazentafunktion wird meist durch Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin gestellt, der:die Sie dann zu uns überweist.

Feten, deren Körpergewicht nicht Ihrer Schwangerschaftswoche entspricht, werden als SGA (small for gestational age) bezeichnet. SGA ist nicht gleichbedeutend mit einer krankhaften Entwicklungsstörung, sondern kann auch konstitutionell (zum Beispiel durch die Größe der Eltern) bedingt sein. Dies trifft bei etwa 50 Prozent der Fälle zu.

Der Begriff „intrauterine Wachstumsrestriktion“ (IUGR) bedeutet, dass Feten ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen können.

Um Komplikationen in der Schwangerschaft und unter Geburt zu vermeiden, können engmaschige Ultraschallkontrollen notwendig sein. Die weitere Schwangerschaftsbetreuung stimmen wir gern individuell mit Ihnen ab.

Wir sind speziaisiert auf die Betreuung von Mehrlingsgeburten. Damit wir Sie optimal betreuen und gemeinsam mit Ihnen die Geburt planen können, denn unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch bei Zwillingen möglich, spontan zu entbinden, stellen Sie sich bitte ab der 20. Schwangerschaftswoche in unserer Risikosprechstunde vor. Die Betreuung in der Schwangerschaft erfolgt in enger Kooperation mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.

Bei Verdacht auf eine Infektionserkrankung in der Schwangerschaft (zum Beispiel CMV, Ringelröteln, Toxoplasmose, Varizellen, Herpes genitalis) bieten wir Ihnen weitere Diagnostik und eine gründliche Aufklärung sowie eine Betreuung während der gesamten Schwangerschaft an. Bereits in der Schwangerschaft besprechen wir (Pränatalmediziner:innen Geburtshelfer:innen, Kinderärzt:innen) mit Ihnen die Weiterbehandlung des Kindes nach der Geburt.

Die Diagnose von Krebserkrankungen in der Schwangerschaft ist selten. Für das ungeborene Kind stellt die Erkrankung in der Regel keine Gefahr dar. Erkrankte Mütter können trotz wirksamer Krebstherapie gesunde Kinder zur Welt bringen. Gefahren für das ungeborene Kind entstehen in der Regel nur durch bestimmte Krebstherapien. Daher ist es sehr wichtig, die Therapien individuell auf die Patientin, das Krebsstadium und das jeweilige Schwangerschaftsalter abzustimmen.

Betroffene Patientinnen haben jederzeit die Möglichkeit, sich im Rahmen einer speziellen Sprechstunde in unserem interdisziplinären Gynäkologischen Krebszentrum vorzustellen. Gemeinsam mit den behandelnden Krebsspezialist:innen, Pränataldiagnostiker:innen, Geburtshelfer:innen und Kinderärzt:innen werden wir die Therapie, die weitere Schwangerschaft und den optimalen Zeitpunkt der Geburt planen.

Bei der Diagnose Krebs vor einer Schwangerschaft und einem bestehendem Kinderwunsch werden wir die Möglichkeiten einer fruchtbarkeitserhaltenden Therapie mit Ihnen besprechen.