Organdiagnostik
Wie ist der Ablauf der Organdiagnostik beim Fötus?
Im Ultraschall lässt sich die körperliche Entwicklung des Feten beurteilen. Für eine gründliche Beurteilung eignet sich die 21./22. Schwangerschaftswoche besonders gut, weil zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Organe überwiegend abgeschlossen ist und bereits viele Strukturen gut erkennbar sind.
Bei der Untersuchung werden sämtliche Organsysteme des Kindes beurteilt (Gehirnstrukturen, Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Nieren und ableitende Harnwege, Geschlecht, Körperumriss, Arme und Beine), die Kindsbewegungen, die Größe des Kindes, die Fruchtwassermenge und die Lokalisation des Mutterkuchens. Sieht alles normal aus, ist mit einer völlig unauffälligen Entwicklung zu rechnen. Dies kann im weiteren Schwangerschaftsverlauf mehr Ruhe und Sicherheit für die werdenden Eltern bedeuten.
Können familiäre Aspekte eine Rolle spielen?
Einige angeborene Krankheiten (zum Beispiel Muskellähmung, Stoffwechselstörungen, Herzfehler oder Nierenfehlbildungen) können vererbt werden. Daher spielt die Familiengeschichte in der Beurteilung eine große Rolle. Bitte bringen Sie, wenn vorhanden, die Untersuchungsberichte aus Ihrer Familie mit oder informieren Sie uns beim ersten Gespräch.
Wann ist eine Organdiagnostik sinnvoll?
Werden unklare Befunde oder kleinere Auffälligkeiten festgestellt, die zwar keine Erkrankung an sich darstellen, aber Anzeichen für eine Erkrankung sein können, führt dies in der Regel zu Verunsicherung. In vielen Fällen ist es daher von Vorteil, eine mögliche Erkrankung oder Fehlbildung frühzeitig im Mutterleib zu erkennen, um eine optimale Weiterbetreuung der Schwangerschaft sowie die Festlegung von Entbindungsort und Entbindungsart zu ermöglichen.
Bedenken Sie bitte, dass kein Verfahren hundertprozentig sicher ist und alle Veränderungen erkennen kann. Dies gilt auch für die Ultraschalluntersuchung.