Informationen zum Hodenhochstand
Was ist ein Hodenhochstand (Retentio testis/Kryptorchismus)?
Die männlichen Keimdrüsen (Hoden) entstehen in der frühen embryonalen Entwicklung im Bauchraum des Jungen. Von dort aus wandern sie durch den Leistenkanal in die Hodensäckchen – wo sie nach einer termingerechten Geburt auch zu finden sind. Wird diese „Wanderung“ gestört, kommt es zu unterschiedlichen abweichenden Lagen.
Lässt sich der Hoden in der Leiste tasten, handelt es sich um einen Leistenhoden. Manchmal ist kein Hoden zu ertasten, dann besteht unter Umständen ein Bauchhoden – was durch weitere Untersuchungen zu prüfen ist.
In solchen Fällen spricht die Medizin von einem Hodenhochstand.
Wie wird der Hodenhochstand behandelt?
Klinische Studien zeigen: Die Hoden sollten bis zum ersten Geburtstag im Hodensäckchen platziert werden. Davon hängt die regelrechte Entwicklung des Hodens (Samenzellproduktion) und damit die Fruchtbarkeit des Mannes ab. Zudem schützt eine ungestörte Entwicklung des Hodens an richtiger Position vor späterer Entartung des empfindlichen Gewebes. Die Operation erfolgt daher in der Regel um den 12. Lebensmonat herum.
Wie erfolgt die Operation des Hodenhochstandes?
Zur Vorbereitung der Operation des Hodenhochstands kann eine Bauchspiegelung erforderlich sein, damit wir wissen, wo genau die Hoden liegen. Bei der Operation selbst kann der Hoden dann in vielen Fällen direkt in das Hodensäckchen „verlegt“ werden. Diesen Eingriff führen wir in der Regel stationär durch. Dadurch können wir nach der Operation die optimale Schmerztherapie steuern. Zudem können wir die Eltern dabei unterstützen, das meist lebhafte Kleinkind in der frühen Phase der Wundheilung viel ruhen zu lassen. Dies optimiert den Heilungsverlauf.