Diabetes bei Kindern
Was verbirgt sich hinter der Diagnose Diabetes mellitus Typ 1? Welche Symptome treten auf?
Patienten mit Diabetes mellitus haben stark erhöhte Blutzuckerwerte (normaler Nüchtern-Blutzucker 110 mg/dl). Bei Kindern und Jugendlichen liegt fast immer Diabetes mellitus Typ 1 vor. Ursache ist eine mangelnde Bildung des Blutzucker regulierenden Hormons Insulin in der Bauchspeicheldrüse. Aufgrund des Mangels an Insulin ist die Aufnahme von Zucker (Glucose) in die Körperzellen und die Verarbeitung (Speicherung oder Verbrennung zur Energiegewinnung) gestört. Die „überschüssige“ Glucose wird über die Niere ausgeschieden und zieht Wasser mit, was die typischen Symptome verursacht.
Was sind typische Symptome des Diabetes mellitus?
Typische Symptome des Diabetes mellitus sind Harndrang, Gewichtsabnahme durch Verlust an Körperwasser, Durstgefühl und vermehrtes Trinken. Die Patienten scheiden große Mengen an zuckerhaltigem Urin aus. „Diabetes mellitus“ heißt übersetzt „honigsüßer Durchfluss“. Bei einem Verdacht auf Diabetes wird eine Zuckerbestimmung in Urin und Blut durch den Kinderarzt oder die Kinderärztin veranlasst.
Dem Diabetes mellitus Typ 1 liegt keine Fehlernährung und auch kein sonstiges Fehlverhalten von Kind oder Eltern zugrunde. Ursache ist die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse durch eine Entzündung. Auch eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle, um eine eigentliche Erbkrankheit handelt es sich jedoch nicht.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Diabetes mellitus?
Da den Betroffenen Insulin fehlt, muss es lebenslänglich unter die Haut gespritzt oder mit einer Insulinpumpe verabreicht werden. Eine besondere Diät ist nicht erforderlich, und bei einer guten Behandlungsführung haben die Patientinnen und Patienten eine weitestgehend normale Lebensqualität. Komplikationen und Folgeerkrankungen können vermieden werden.
Kinderdiabetologie
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. In unserer Kinderklinik behandeln wir junge Diabetiker ambulant sowie stationär auf dem neuesten Stand medizinischer Erkenntnisse und bieten eine umfassende Langzeitbetreuung der Kinder und ihrer Familien an. Unser Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Kinder im Umgang mit der Erkrankung zu fördern.
Wird nach der sogenannten „Erstmanifestation“ die Diagnose Diabetes mellitus gestellt, sorgen wir zunächst dafür, dass sich die Blutzuckerwerte normalisieren, und erstellen einen Plan für die notwendige Insulinbehandlung. Zudem beraten und unterrichten wir die Kinder sowie ihre Eltern in Diabetesschulungen in der eigenständigen Behandlung und im Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Unsere ambulanten und stationären Therapieangebote umfassen auch Schulungen im Umgang mit Insulinpumpen.
Langzeitbetreuung sichert Behandlungserfolg
Eine stationäre Behandlung von Diabetes im Kindesalter ist heute nur noch selten erforderlich. Oftmals reicht zur Diagnostik und erstmaligen Therapieeinstellung ein stationärer Aufenthalt mit etwa zehn bis zwölf Behandlungstagen. Im Anschluss betreuen wir die Kinder und Jugendlichen in unserer Diabetesambulanz, die in unserem Sozialpädiatrischen Zentrum angesiedelt ist. In der Regel erfolgen alle drei Monate Kontrolltermine, bei denen wir die Blutzuckereinstellung überprüfen, den Behandlungsplan anpassen und eine umfassende Beratung bei möglichen psychosozialen Problemen anbieten.
Kommt es zu Komplikationen bei schlechten Blutzuckerwerten, müssen die Kinder gelegentlich auf unserer Kinderstation behandelt werden.