Fieberkrampf bei Kindern

Was ist ein Fieberkrampf?

Fieberkrämpfe sind sogenannte „Gelegenheitsanfälle“, die sonst gesunde Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren bei einem fieberhaften Infekt erleiden können. Etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder erleiden einen Fieberkrampf, der insbesondere bei schnellem Fieberanstieg eintreten kann.

Was passiert bei einem Fieberkrampf? Wie verläuft ein Fieberkrampf?

Bei einem Fieberkrampf kommt es zu einer plötzlichen Bewusstlosigkeit des Kindes, der Körper wird steif, die Augen blicken meist starr, und die Lippen können blau anlaufen. Dann kommt es zu Zuckungen von Armen und Beinen. Dabei kann das Kind verschiedene Geräusche wie Gurgeln oder Stöhnen von sich geben, und die Atmung ist zunächst noch unregelmäßig. In der Regel endet ein Fieberkrampf innerhalb von höchstens drei Minuten von allein. Ist dies nicht der Fall, rufen Sie den Notarzt unter 112!

Wie muss ich mich als Elternteil bei einem Fieberkrampf verhalten?

Als Elternteil oder andere Person, die einen Fieberkrampf miterlebt, ist es wichtig, dass Sie Ruhe bewahren. Legen Sie das Kind so auf den Boden, dass es sich nicht verletzen kann. Lockern Sie die Kleidung des Kindes, damit es gut atmen kann. Schauen Sie auf die Uhr und stellen Sie fest, wie lange der Anfall dauert. In der Regel endet ein Fieberkrampf innerhalb von höchstens drei Minuten von allein. Ist dies nicht der Fall, rufen Sie den Notarzt unter 112!

Warten Sie in Ruhe den Ablauf des Anfalls ab und verständigen Sie gleichzeitig Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin oder den Notarzt. Sie können den Anfall weder durch Mund-zu-Mund-Beatmung noch durch Festhalten noch durch andere Maßnahmen wie den Einsatz von kaltem Wasser beeinflussen. Stecken Sie auf keinen Fall Finger oder Gegenstände in den Mund des Kindes! Geben Sie keine Flüssigkeit in den Mund des Kindes, und schütteln Sie das Kind nicht! Wenn das Kind nach dem Anfall noch nicht richtig wach ist, legen Sie es in die stabile Seitenlage, damit Sekret aus dem Mund laufen kann. Messen Sie die Körpertemperatur des Kindes nach dem Anfall und geben Sie bei Bedarf ein Fiebermittel. Stellen Sie das Kind in jedem Fall bei einem Arzt oder einer Ärztin vor, damit es untersucht und das weitere Vorgehen besprochen werden kann. In diesem Zusammenhang wird auch über die Verordnung und Anwendung von Notfallmedikamenten gesprochen. Nicht bei jedem Kind, das einen Fieberkrampf hatte, muss auch ein EEG geschrieben werden, dies werden der Kinderarzt oder die Kinderärztin mit Ihnen besprechen.

Auch wenn ein Fieberkrampf, besonders wenn man ihn zum ersten Mal sieht, beängstigend aussieht, so ist er nicht schädlich im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes. Fieberkrämpfe führen nicht zu einer Schädigung des Gehirns. Rund ein Drittel der Kinder erleidet aber in der Folge einen weiteren Fieberkrampf.