#Krankenhaus #Anästhesie
12. September 2025

Morgen ist Welt-Sepsis-Tag: Sepsis ist ein akuter Notfall. Kennen Sie die Symptome, um Hilfe zu holen oder zu helfen?

Sepsis (umgangssprachlich „Blutvergiftung“) ist ein akuter Notfall: Alle sechs Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Das Team der Intensivstation am Florence-Nightingale-Krankenhaus unterstützt die Aufklärungskampagne und hat zwei Projekte gestartet.

„Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Daten aus dem Jahr 2020 weisen weltweit 48.9 Millionen Fälle und 11 Millionen sepsisbedingte Todesfälle nach. Dies entspricht 20 Prozent aller weltweiten Todesfälle. Fast die Hälfte aller geschätzten Sepsisfälle weltweit betreffen Kinder unter 5 Jahren. Pro 1.000 Krankenhauspatienten erkranken ca. 15 Patient:innen als Komplikation einer Erkrankung an Sepsis. Jeder, der von einer Infektion, einer schweren Verletzung oder einer schweren nicht übertragbaren Krankheit betroffen ist, kann eine Sepsis entwickeln. Risikogruppen sind: ältere Menschen, schwangere Frauen, Neugeborene, Krankenhauspatient:innen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Menschen mit chronischen Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. med. Jürgen Barwing, Departmentleiter Intensivmedizin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Florence-Nightingale-Krankenhaus.

Die Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Sie kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Anzeichen und Symptome hervorrufen. Häufige Anzeichen und Symptome sind: 

  • Fieber oder niedrige Temperatur und Schüttelfrost
  • Verwirrtheit
  • Atembeschwerden
  • feuchte Haut und Schwitzen
  • extreme Schmerzen
  • hohe Herzfrequenz, schwacher Puls oder niedriger Blutdruck
  • geringe Urinausscheidung

In Deutschland werden ca. 279.000 Fälle pro Jahr behandelt. Die Auswirkungen können für die Patient:innen gravierend sein. Neben einem erhöhtem Mortalitätsrisiko, sowohl während als auch nach der akuten Krankheitsphase, leiden schätzungsweise etwa 75 Prozent der Überlebenden an langfristigen gesundheitlichen Einschränkungen. Dazu zählen bspw. Dialysepflichtigkeit, kognitive Beeinträchtigungen sowie motorische Einschränkungen. 

„Im Florence-Nightingale-Krankenhaus laufen aktuell zwei Projekte zum Thema Sepsis. Lena Merbach entwickelt im Rahmen ihres Studiums Pflege- und Gesundheitsmanagement an der FH Münster aktuell eine fachabteilungsübergreifende Handlungsempfehlung zur Früherkennung einer Sepsis für Pflegefachpersonen. Parallel beschäftigt sich Mohammad Hammoud, im Rahmen der Fachweiterbildung ‚Anästhesie und Intensivpflege‘ mit der intensivpflegerischer Behandlung von Sepsispatient:innen anhand der aktualisierten S3-Leitlinie ‚Sepsis - Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge‘“, erläutert Nikoletta Dimitriadou Xanthopoulou, Pflegeexpertin APN – Intensivbereich Erwachsene.

Der Aktionstag und weitere Informationen

Der Welt-Sepsis-Tag wird seit 2012 am 13. September begangen. Er ist von der Global Sepsis Alliance ins Leben gerufen geworden, um Sepsis bekannter zu machen und über Ursachen, Symptome und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären. Weitere Informationen wie beispielsweise eine Checkliste, was im Notfall zu tun ist, ist auf der Website des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und seiner Partner “Deutschland erkennt Sepsis” zu finden. 

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