Heute ist Weltfrühgeborenentag Humanmilchbank fördert für die Allerkleinsten einen starken Start ins Leben
Jährlich kommen etwa 60.000 Kinder in Deutschland zu früh auf die Welt. Damit ist jedes elfte Neugeborene ein sogenanntes „Frühchen“. Etwa 9.000 von ihnen wiegen bei der Geburt gerade einmal zwischen 500 und 1.500 Gramm. Sie tragen ein erhebliches Risiko für ein gesundes Überleben. Aber auch die größeren der Allerkleinsten, die nur wenige Wochen zu früh geboren sind, haben am Anfang ihres Lebens mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. All diesen „Frühchen“ ist der Weltfrühgeborenentag gewidmet, der seit 2011 begangen wird. Dieses Jahr steht der Aktionstag unter dem weltweiten Slogan „Gebt Frühgeborenen einen starken Start für eine bessere Zukunft.“
Mehr als 300 zu früh geborene Babys werden jedes Jahr vom Team der Kinderintensivstation des Florence-Nightingale-Krankenhauses kompetent und liebevoll überwacht, behandelt und betreut. Um ihnen einen starken Start für eine bessere Zukunft zu ermöglichen, hat das Team im letzten Jahr eine Humanmilchbank (Frauenmilchbank) aufgebaut und jetzt eröffnet.
„Muttermilch stellt die beste Ernährung für Neugeborene dar. Insbesondere der unreife Darm von kleinen Frühgeborenen profitiert von den wertvollen Nähr- und Abwehrstoffen in der Muttermilch. Die Ernährung der Kinder mit Muttermilch, vom Tag der Geburt an, kann das Risiko für schwerwiegende Darminfektionen und andere Komplikationen deutlich mindern,“ berichtet Katharina Hübner, Oberärztin der Klinik für Kinderheilkunde, Schwerpunkt Neonatologie. „Wir möchten Mütter darin unterstützen, ihr frühgeborenes Kind so schnell wie möglich mit der eigenen Muttermilch zu ernähren“, ergänzt Janne Werner, Pflegeexpertin APN Neonatologie. „Doch durch die oft nicht einfachen Umstände der Geburt braucht es oft ein paar Tage, bis Mütter ausreichend Milch für ihr Kind gewinnen können. Manchen Frauen ist es aus medizinischen oder persönlichen Gründen nicht möglich, ihr Kind mit eigener Muttermilch zu ernähren.“
Die Humanmilchbank schließt hier eine Lücke, um Frühgeborene und kranke Neugeborene von Beginn ihres Lebens an bestmöglich zu ernähren. Als Spenderin werden im Florence-Nightingale-Krankenhaus ausschließlich gesunde Mütter von stationär versorgten Frühgeborenen zugelassen, die einen Überschuss an Milch haben. Milchspenden von außerhalb des Klinikums können nicht angenommen werden. Die gespendete Milch wird unter strikt einzuhaltenden medizinischen und hygienischen Kriterien gesammelt, geprüft, aufbereitet (pasteurisiert) und gelagert.
„Durch die Humanmilchbank können wir höchste Versorgungsqualität und die gesunde Entwicklung unserer kleinen Patientinnen und Patienten zukünftig noch besser unterstützen“ freut sich auch Chefarzt Dr. med. Martin Berghäuser.
Wer einen starken Start ins Leben für Frühgeborene auf der Kinderintensivstation unterstützen möchte, kann auf das Spendenkonto „Frühchenträume“ spenden. Dank der Spenden konnten schon viele Annehmlichkeiten wie Lagerungskissen, Hängematten für Frühgeborene oder bequeme Stühle zum Känguruhen eingerichtet werden.
Mehr Informationen zum Projekt “Frühchenträume” haben wir auf dieser Website zusammengestellt.