„Durch die Musik etwas gemeinsam erleben" Emma Campàs berührt und bewegt mit ihrer Musik die Menschen auf der Palliativstation
Klangvoll und zart, stimmungsvoll fröhlich oder temperamentvoll mitreißend - Emma Campàs versteht es, mit ihrer Gitarre und ihrem Gesang Menschen zu berühren, sie mitzunehmen und in ihnen die Lebensfreude zu erwecken. Das haben Patient:innen, Angehörige und Mitarbeitende auf der Palliativstation im Florence-Nightingale-Krankenhaus jetzt erleben können. In einem etwa einstündigen Konzert brachte sie spanische Volkslieder, deutsche Weihnachtslieder sowie Flamenco zu Gehör und ging in Resonanz mit dem Publikum.
Zum Auftakt des Konzerts spielte die junge Künstlerin aus Barcelona Joaquim Malats „Serenata Española“ und Francesc Tárregas „recuerdos del Alhambra“. Bei „Alle Jahre wieder“ sang das Publikum freudig mit.
Emma Campàs setzte ihr Konzert mit zwei katalanischen Volksliedern von Miquel Liobet fort. Dann holte sie für den folgenden Flamenco einen Capo (Kapodaster) heraus, mit dem die Tonhöhe auf der Gitarre variiert werden kann. Mit den temperamentvollen Klängen brachte sie die Zuhörenden so in Schwung, dass ein schwerkranker Patient, der im Bett das Konzert verfolgte, „Hossa“ rief, was die Resonanz bei den Zuhörenden nochmals verstärkte.
„Es steht nicht im Programm, aber ich hab Bock“ reagierte die Künstlerin, die an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf studiert, und spielte Granaína, ein Volkslied aus der Flamenco Musik. Dann lud sie mit „Leise rieselt der Schnee“ und „Feliz navidad“ nochmals zum Mitsingen ein.
„I wish you a merry Christmas - from the bottom of my heart“ bildete den Abschluss des Konzerts. Die tiefe Verbindung der Musikerin zum Publikum machte den besonderen Zauber dieses Konzerts aus. Emma Campàs eröffnete in der anschließenden Unterhaltung ihre Perspektive: „Wenn ich auf der Bühne ein Konzert gebe, bin ich ganz in mir und bei der Musik. Oft sehe ich das Publikum im abgedunkelten Konzertsaal nicht. Hier ist es anders. Hier bewirke ich mit der Musik, dass wir etwas gemeinsam erleben.“
Organisiert wurde das Konzert von Karin Waldmann, die sich ehrenamtlich beim gemeinnützigen Verein Live Music Now Rhein-Ruhr engagiert. Der Verein organisiert kostenfreie Konzerte für Menschen, die aufgrund ihrer Lebenssituation keine Konzerte besuchen können. Ausgewählte Musikstudent:innen sammeln im Dialog mit dem Publikum wichtige Erfahrungen und gewinnen zugleich Konzertpraxis.