Vielseitige Kunstwerke, unterschiedliche Perspektiven, gemeinsamer Austausch Kunstausstellung im Klinikgarten lädt noch bis Ende Oktober zum Entdecken ein
Ein Karussell mit Holzpferden, weiße Strukturen auf blauem Grund, ein angebissener Apfel, der im Spiegel vollkommen erscheint, ein Porträt eines jungen Mannes mit Pilzen auf der Haut, ein kleiner Vogel in einer menschlichen Hand – die 24 Motive der aktuellen Ausstellung der Bannerkunst sind so unterschiedlich wie die Künstler:innen, die sie geschaffen haben. Beim geführten Rundgang durch den Klinikgarten gab es Einblicke in die Entstehung, in unterschiedliche Wahrnehmungen und Perspektiven von Patient:innen, Mitarbeitenden und Teilnehmenden.
Die diesjährige Ausstellung im Garten der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Florence-Nightingale-Krankenhaus wurde von Künstler:innen der Hochschule der Bildenden Künste Essen gestaltet. In einem Seminar besichtigten die Studierenden den weitläufigen Garten; eine ehemalige Patientin, ein Kunsttherapeut und ein Arzt schilderten ihre persönlichen Perspektiven auf Kunst. Aus diesen Eindrücken heraus haben die Studierenden die Kunstwerke speziell für die Ausstellung im Klinikgarten kreiert.
Beim geführten Rundgang Mitte Oktober konnten die Teilnehmenden einige der Künstler:innen sowie den Seminarleiter, den renommierten Künstler Prof. Markus Vater kennen lernen und mehr zu den Hintergründen, Materialien und Herstellungstechniken der ausgestellten Werke erfahren. Chefarzt Prof. Dr. med. Joachim Cordes und die Kunsttherapeutin Lea Weber berichteten von unterschiedlichen Wahrnehmungen und Interpretationen von Patient:innen. So kann beispielsweise die Hand, die das Vögelchen hält, als behutsam und beschützend gesehen werden oder auch als gefährdend.
Auch die Besucher:innen brachten ihre Wahrnehmungen und Perspektiven ein und kamen auf diese Weise miteinander in den Austausch. Auch das herbstliche Wetter sowie die auf das Dach der Laubengänge prasselnden Kastanien brachten neue Impulse.
„Mit der Ausstellung will die Klinik als kultureller Ort entdeckt und in das soziale Leben integriert werden“, erklärte Prof. Dr. med. Joachim Cordes die Motivation für die jährlichen Kunstausstellungen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Kunst Wahrnehmung anregt, emotionale Prozesse unterstützt und Räume für Reflexion und Austausch schaffen kann. Über Kunstwerke kann Kommunikation angebahnt werden, sodass ein Austausch über die eigene Situation entstehen kann.“
Wer möchte, kann die Ausstellung der Bannerkunst noch bis zum 31. Oktober täglich von 16 bis 17 Uhr besichtigen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung der Bannerkunst findet in ihrem fünften Jahr in enger Kooperation mit der Hochschule der Bildenden Künste Essen statt. Teilnehmende Studierende sind Marcel Asendorf, Chaymae Assahout, Josip Dubravac, Iris Edinger, Habiba Hany El Kohly, Gioia Girardet, Yulu Han, Susan Kempfer, Anastasija Kojic, Jonah Samuel Lang, Thomas Lorenz, Jil Meyers, Hannah Mickeleit, Olivia Pawelek, Daniela Rukhamina, Ava Magdalena Schwarz, Alexandra Schweda, Ole Sorns, Melina Speck, Daniela Vittinghoff und Tianxin Wan.