#Krankenhaus #Seelsorge
2. Juni 2026

„Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen“ Dr. Ulrich Lüders wurde in den Ruhestand verabschiedet

Kurz vor Pfingsten ist Dr. Ulrich Lüders, evangelischer Krankenhausseelsorger am Florence-Nightingale-Krankenhaus, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Der evanglische Kirchenkreis Düsseldorf hatte gemeinsam mit der Kaiserswerther Diakonie zum Gottesdienst in die Mutterhauskirche und anschließenden Empfang in den Theodor-Fliedner-Saal des Krankenhauses eingeladen. Zahlreichen Weggefährt:innen aus unterschiedlichen Berufs- und Lebensabschnitten war es eine Herzensangelegenheit, dabei zu sein und Dankeschön zu sagen.

Dr. Ulrich Lüders selbst übernahm die Liturgie und Predigt des Gottesdienstes. Er erzählte, dass er drei Entwürfe der Predigt zum geplanten Thema „Gnade“ weggeworfen habe, um erst einmal zum Anfang zurückzukehren – zu seinem beruflichen Beginn im Wohnheim für Theologiestudenten. Dort hing ein Plakat mit dem ihn prägenden Spruch des Philosophen Ernst Bloch: „Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen.“ Er schilderte, dass später im Krankenhaus-Alltag mit vielen existenziellen Momenten sich vielfach „die Hoffnung entzündet und oft in ein Dilemma geführt“ habe. Und dennoch ist er mit Ernst Bloch überzeugt: „Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern.“ 

„Ulrich Lüders war über viele Jahre das Gesicht der Seelsorge im Florence-Nightingale-Krankenhaus. Er hat die Seelsorge maßgeblich geprägt“, so Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth, Skriba und Leiterin des Handlungsfelds Seelsorge im Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf, die die Entpflichtung von Dr. Ulrich Lüders vornahm. Sie hob hervor, dass die Seelsorge ihm eine Herzensangelegenheit sei, die er mit einer unvergleichlichen Haltung und Präsenz ausgefüllt habe. „Er hat die Fähigkeit, Türen zu öffnen und die Kompetenz, einfach da zu sein.“ 

Die „5 B“ der Krankenhausseelsorge – besuchen, beraten, bilden, beten, begleiten“ – seien bei ihm gelebte Praxis. Ulrich Lüders habe gezeigt, dass Krankenhausseelsorge kein „Nebenfach des Klinikbetriebs und kein Nebenfach der Theologie“ sei, sondern Kernaufgabe und systemrelevant. Und dass Kirche glaubwürdig sein kann, geerdet und menschlich. 

„Wir werden dich vermissen. Ich werde dich vermissen. Danke, lieber Uli!“, schloss Pfarrerin Heike Schneidereit-Mauth. 

Beim anschließenden Empfang im Theodor-Fliedner-Saal des Florence-Nightingale-Krankenhauses dankten zahlreiche Rednerinnen und Redner, u.a. Michaela Kuhlendahl vom Konvent der Evangelischen Krankenhausseelsorge im Rheinland, deren Vorsitz Dr. Ulrich Lüders im vergangenen Jahr bereits abgegeben hatte. Weitere Grußworte hielten Claus Scheven und Frauke Müller für den Konvent der Krankenhausseelsorgenden in Düsseldorf, Dr. Katrin Stückrath und Friedegard Cohen von der Kaiserswerther Schwesternschaft sowie der theologische Kollege Georg Wiesemann mit dem Team der ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Krankenhausseelsorge am Florence-Nightingale-Krankenhaus.

Pfarrer Jonas Marquardt dankte Ulrich Lüders im Namen des Vorstands. Er erzählte vom Versuch des Vorstands, die Stellenausschreibung für die Nachfolge zu formulieren. Das erste Ergebnis sei eine „Mischung aus Nachruf und Liebesbrief“ geworden. Es wurde schnell klar, dass Ulrich Lüers „nicht der Maßstab sein kann für die Ausschreibung.“

Unsere Ansprechpartnerinnen für die Presse Sie haben eine Frage zu einer Pressemitteilung oder suchen einen Experten oder eine Expertin zu einem bestimmten Thema? Melden Sie sich jederzeit. Wir sind gern für Sie da!

Ihre Ansprechpartnerinnen

Portrait Annette  Debusmann

Annette Debusmann

Leitung Unternehmenskommunikation
Pressesprecherin

Portrait Katharina  Bauch

Katharina Bauch

Referentin Krankenhauskommunikation
Stellvertretende Pressesprecherin