Informationen zur Ösophagusatresie

Was ist eine Ösophagusatresie?

Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre. Sie tritt relativ selten auf und kann auch die ungeborenen Kinder gesunder Elternpaare treffen. 

Es gibt zwei Varianten dieser Fehlbildung. In Variante eins ist die Speiseröhre unterbrochen, also nicht durchgängig. Daher leitet sich auch der Name der Fehlbildung ab. Ösophagus bedeutet Speiseröhre, Atresie bedeutet Unterbrechung.

In Variante zwei sind Speiseröhre und Luftröhre nicht ganz voneinander getrennt, was dazu führt, dass das Baby Flüssigkeit oder Luft nicht herunterschlucken kann. Die Pränatalmedizin kann diese Fehlbildung häufig bereits vor der Geburt des Kindes erkennen. Die Fehlbildung heißt auch tracheo-ösophageale Fistel. Trachea bedeutet Luftröhre, Fistula bedeutet kleines Rohr.

Kommt ein Baby mit einer Ösophagusatresie zur Welt, hat es meist Anpassungsprobleme beim Atmen. Zudem gelingt es ihm nicht, den Speichel aus dem Mund herunterzuschlucken. Kommt eine Fistel hinzu – was häufig der Fall ist –, wird Luft in den Magen geatmet und drückt auf die Organe im Bauchraum. In manchen Fällen können Speichel, Nahrung oder Magensaft sogar in die Lunge gelangen. Die entstehenden Atemprobleme müssen rasch behandelt werden.

Wie wird die Ösophagusatresie behandelt?

Im Mutterleib kann ein Kind mit Ösophagusatresie überleben, weil es mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden ist. Erst nach der Geburt kommt es zu Beschwerden. Um die Speiseröhre durchgängig zu machen oder auch um die Unterbindung zur Luftröhre zu schließen, ist eine Operation unverzichtbar. Nach der Operation kann das Kind wieder beschwerdefrei atmen und Nahrung zu sich nehmen. Vor der Operation wird es sorgfältig untersucht, um weitere Fehlbildungen anderer Organsysteme zu erkennen oder auszuschließen.

Wie ist der Ablauf der Operation einer Ösophagusatresie?

Die Art der Ösophagusatresie ist entscheidend für die Operationsmethode. Wir erläutern sie den Eltern im Einzelfall. In der Regel werden die beiden Speiseröhrenabschnitte wieder miteinander verbunden, und die Verbindung zur Luftröhre wird verschlossen. Nach der Operation ist das Kind nicht sofort gesund. Es kommt zunächst auf unsere Neugeborenen-Intensivstation. Dort wird es mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln so versorgt, dass die Operationswunde ohne Störung ausheilen kann. In dieser Zeit begleiten wir auch die Eltern intensiv und binden sie mit ein, wenn die ersten Trinkversuche des kleinen Patienten oder der kleinen Patientin anstehen.

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