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Instabilität des oberen Sprunggelenkes

Als Folge von Außenbandrissen nach Umknickereignissen oder bei neuromuskulärer Schwäche kann es zu einer chronischen Instabilität des oberen Sprunggelenks mit verminderter Belastbarkeit, Schmerzen und/oder wiederholten Umknickereignissen kommen. Von einer chronischen Instabilität spricht man bei persistenten Symptomen über 3-6 Monate.

Es wird primär eine konservative Therapie mit temporärer Ruhigstellung in einer Orthese und neuromuskulärem Training empfohlen. Eine Operation mit Reparatur oder anatomischer Rekonstruktion kann bei ausbleibender Besserung erfolgen. Dies ist bei frischen Bandverletzungen nur in Ausnahmefällen nötig, bei chronischen Schäden aber häufiger.

Vorgeschaltet wird der Stabilisierung meist eine Arthroskopie (=Spiegelung) des oberen Sprunggelenkes zur Bestätigung des spezifischen Bandschadens und zum Ausschluss von Begleitverletzungen.

Zur Stabilisierung wurden im Laufe der Zeit viele Techniken beschrieben. Diese kann man einteilen in anatomische Bandreparatur, anatomische Bandrekonstruktionen und nicht-anatomischen Rekonstruktionen.

Anatomische Reparatur

Diese Technik ist die typische Wahl beim nicht voroperierten Patienten. Die Technik ist etabliert und bietet gute Ergebnisse. Die betroffenen Außenbänder werden raffend genäht. Meist erfolgt eine Fixierung mittels Fadenankern an dem Wadenbein. 

Anatomische Rekonstruktion

Bei erneuter Instabilität nach Broström-OP oder fehlenden suffizienten Bandresten kann eine Rekonstruktion des Außenbandapparates mittels körpereigener Sehne aus der Wade oder vom Kniegelenk erfolgen. Man versucht die transplantierte Sehne bezüglich Verlaufs und Ansatz am Knochen entsprechen der „normalen“ Anatomie der Bänder zu platzieren.

Ligament bracing“

Es kann bei lateralen Reparaturen oder Rekonstruktionen eine Verstärkung mit einem Kunstband erfolgen. Dies ist ein geflochtener nicht resorbierbarer Faden, der über Bohrungen im Sprungbein und Wadenbein, ggf. auch im Fersenbein, verankert. Dies schafft eine direkte Stabilität und schützt die Bandstabilisierung. Inwiefern das steife Band, ähnlich wie die alten nicht anatomischen Techniken, langfristig zu erhöhten Verschleißraten führen kann, ist auf Grund von fehlenden Langzeitstudien nicht zu sagen.