Professor Dr. med. Jutta Liebau mit einer Patientin

Anlagestörungen der Brust, Brustfehlbildungen

Wann liegt eine Anlagestörung der Brust oder Brustfehlbildung vor?

Die weibliche Brust kann sehr unterschiedlich geformt sein. Eine komplette Symmetrie gibt es in der Natur nicht, leichte Asymmetrien sind normal. Doch ausgeprägte Asymmetrien können zu BH-Problemen oder zu statischen Überbelastungen der Wirbelsäule führen. Auch kann die Brustdrüse anlagebedingt in unterschiedlicher Weise ausgebildet sein.

Was ist eine sogenannte Rüsselbrust (tuberöse Brustdeformität)?

Eine tuberöse Brustdeformität, die sogenannte Rüsselbrust, ist eine seltene, angeborene Brustfehlbildung. Sie bedarf in den meisten Fällen einer operativen Korrektur. Welche operative Maßnahme am geeignetsten ist, hängt vom Ausmaß der Fehlbildung ab. Möglich sind die Einlage eines Implantates, eine Drüsenumformung, Straffungstechniken oder Eigenfetttransplantationen. Meist müssen mehrere Techniken kombiniert werden.

Wie läuft die Behandlung bei Anlagestörungen der Brust oder Brustfehlbildungen ab?

Nachdem wir Sie zum ersten Mal ambulant untersucht haben und der Befund vorliegt, besprechen wir mit Ihnen das OP-Verfahren und klären Sie über mögliche Risiken auf. Dabei beschäftigen wir uns auch ausführlich mit der Auswahl der korrekten Implantatgröße und Implantatform.

Ist die Operation aus medizinischen Gründen erforderlich (wegen funktioneller Beeinträchtigungen), wird ein Antrag auf Kostenübernahme durch die zuständige Krankenkasse ausgestellt. Wenn Ihre Krankenkasse Ihren Antrag genehmigt hat, können wir mit Ihnen einen Operationstermin vereinbaren.

Ist der Eingriff rein ästhetisch begründet, erhalten Sie einen Kostenvoranschlag. Wenn Sie diesem zustimmen, können Sie mit uns – gern auch telefonisch – einen Behandlungstermin vereinbaren.

Am Vortag der Operation sprechen wir mit Ihnen noch einmal über den Ablauf der Operation und die Narkose. Anschließend erfolgt eine Blutentnahme. Stationär aufgenommen werden Sie am nächsten Tag. Sie müssen nur wenige Tage in der Klinik bleiben.

Die während der Operation eingelegten Drainagen entfernen wir in der Regel nach wenigen Tagen. Zum Wundverschluss benutzen wir selbstauflösendes Nahtmaterial.

Nach der Operation sollten Sie den BH sechs Wochen lang und den Gurt oberhalb der Brust zwei Wochen lang Tag und Nacht tragen. Dies verhindert, dass die Implantate verrutschen oder sich verdrehen. Schlafen Sie die ersten zwei Wochen nicht auf dem Bauch! Verzichten Sie in den ersten Wochen auch auf Sport und ausladende Armbewegungen! Autofahren ist aber möglich.

Ein- bis zweimal täglich sollten Sie die Narben mit einer fettenden Salbe massieren. Das Ergebnis der Operation kann meist nach drei bis sechs Monaten endgültig beurteilt werden. Die Ausreifung der Narben kann bis zu einem Jahr dauern.

Sind die Wunden ausgeheilt, gibt es keinerlei körperliche Einschränkungen. Sport, Tauchen, Fliegen, Saunagänge, Massagen und weitere Aktivitäten sind in gleichem Maße möglich wie vor der Operation.

Nach drei Monaten und nach einem Jahr bitten wir unsere Patientinnen nochmals zur Verlaufskontrolle.

Was geschieht bei der Operation zur Behebung von Anlagestörungen der Brust oder Brustfehlbildungen?

Die Operation dauert etwa zwei Stunden bei Vollnarkose. Die innerliche Neuformung der Brustdrüse führen wir meist über einen Schnitt um den Brustwarzenhof durch. Auf diese Weise können wir zudem den Hautmantel ausreichend straffen und, wenn nötig, ein Implantat einlegen. Größe und Position der Brustwarze inklusive Vorhof passen wir Ihrer neuen Brust an.

Unsere modernen Operationsmethoden erhalten in der Regel sowohl das Gefühl in den Brustwarzen als auch die Stillfähigkeit. Die eingelegten Drainagen entfernen wir meist nach wenigen Tagen. Sind die Drainagen entfernt, können Sie sofort wieder duschen, weil wir die Wunden mit einem Folienverband schützen. Zum Wundverschluss benutzen wir selbstauflösendes Nahtmaterial.