Professor Dr. med. Jutta Liebau mit einer Patientin

Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik)

Wann kann eine Bauchdeckenstraffung angezeigt sein?

Die schlanke Körpermitte ist ein zentraler Faktor in der Gesamterscheinung einer Person. Es gibt viele Gründe, dass sich dort Haut-Weichteil-Überschüsse bilden: Veranlagung, eine massive Gewichtsabnahme oder zurückliegende Schwangerschaften. In manchen Fällen kommt es bei ausgeprägten Befunden immer wieder zu Infektionen und Reizzuständen in der Bauchfalte – trotz hygienischer Pflege.

Oft ist die Muskulatur so erschlafft, dass die ehemals geraden Bauchmuskeln auseinanderweichen (sogenannte Rektusdiastase), was zu einer schlechten Körperhaltung führen und Rückenschmerzen auslösen kann. Auch intensives Training schafft keine Abhilfe.

Wie ist der Behandlungsablauf bei einer Bauchdeckenstraffung?

Nachdem wir Sie zum ersten Mal ambulant untersucht haben und der Befund vorliegt, besprechen wir mit Ihnen das OP-Verfahren und klären Sie über mögliche Risiken auf.

Ist die Bauchdeckenstraffung aus medizinischen Gründen erforderlich (wegen funktioneller Beeinträchtigungen), wird bei Ihrer Krankenkasse ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt. Nachdem Ihre Krankenkasse Ihren Antrag genehmigt hat, können wir einen Operationstermin festlegen.

Am Tag vor der Operation führen wir mit Ihnen ein Vorgespräch. Wir erläutern noch einmal den Ablauf der Operation und die Art der Narkose. Anschließend erfolgt eine Blutentnahme. Stationär aufgenommen werden Sie am nächsten Tag. Sie müssen nur wenige Tage in der Klinik bleiben.

In den ersten Tagen nach der Operation ist Ihre Bewegungsfreiheit leicht eingeschränkt. Die während der Operation eingelegten Drainagen entfernen wir in der Regel nach den ersten Tagen. Sind sie entfernt, können Sie sofort wieder duschen, weil wir die Wunden mit einem Folienverband schützen. Zum Wundverschluss benutzen wir selbstauflösendes Nahtmaterial.

Sofort nach der Operation legen wir Ihnen ein Kompressionsmieder an, das Sie sechs Wochen lang tragen sollten. Die Narben werden fein und unauffällig verheilen, wenn Sie regelmäßig Wundsalbe auftragen und sie vor Sonnenstrahlen schützen. Abhängig von der körperlichen Belastung können Sie nach wenigen Tagen wieder Ihre normalen Alltagsaktivitäten aufnehmen. Sport und schwere körperliche Arbeit sind – nach Absprache mit uns – nach etwa sechs bis acht Wochen möglich.

Nach drei Monaten und nach einem Jahr bitten wir unsere Patient:innen nochmals zur Verlaufskontrolle.

Was geschieht bei der Operation zur Bauchdeckenstraffung?

Voraussetzung für eine Operation zur Bachdeckenstraffung ist, dass Sie Ihr Ideal- oder Wunschgewicht erreicht haben sollten, weil es Ihr Operationsergebnis positiv beeinflusst. Wer für die nahe Zukunft Nachwuchs plant, sollte den Eingriff verschieben. Denn bei einer Schwangerschaft weichen die gestrafften geraden Bauchmuskeln (Rektusmuskeln) wieder auseinander, und die gestraffte Haut könnte dabei überdehnt werden.

Die Dauer der Operation beträgt – je nach Befundausprägung – zwischen eineinhalb und zwei Stunden bei Vollnarkose. Um das Komplikationsrisiko zu minimieren, sollten Sie mindestens drei Wochen vor der Operation und bis zum Abschluss der Wundheilung auf Nikotin verzichten. Es ist ratsam, zwei bis drei Wochen freie Zeit nach der Operation einzuplanen.

Eine reine Fettschürzenentfernung betrifft den Haut- und Fettüberschuss im Bereich des Unterbauches. Bei der kompletten Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) lösen wir zudem das Gewebe vom Oberbauch und straffen es zum Unterbauch hin. Dem Bauchnabel geben wir dabei eine schönere Form und Betonung.

Wenn erforderlich, bringen wir gleichzeitig die auseinandergewichenen geraden Bauchmuskeln in ihre alte, ursprüngliche Position zurück. Dies festigt die Bauchwand und verschlankt die Taille. Die entstehende Narbe liegt im Bereich der Bikinizone (nahezu unsichtbar im Abschwung des Bauchnabels). Bei der Operation werden Drainagen eingelegt, die wir nach zwei bis drei Tagen entfernen können.

Prinzipiell können wie bei jeder Operation allgemeine oder operationsspezifische Komplikationen auftreten. Bei erfahrenen plastischen Chirurgen sind Komplikationen selten und in der Regel für ein dauerhaft gutes Ergebnis unbedeutend. Wie bei jedem Eingriff ist das Risiko erhöht, eine Thrombose zu erleiden. Im Vergleich etwa zu einer Knie- oder Hüftoperation ist es bei einer Bauchdeckenstraffung aber gering. Infektionen des Wundgebietes sind sehr selten.

Wie bei jeder Operation kann es zu Blutergüssen und Schwellungen kommen, die in der Regel von selbst abheilen. Eine starke Nachblutung ist eine seltene Komplikation und muss operativ behoben werden. Auch wenn Sie konsequent nach der Operation für einige Wochen ein Kompressionsmieder tragen: Aufgrund der Größe der Wundfläche kann sich Wundflüssigkeit ansammeln. Diese sogenannten Serome können wir aber ambulant behandeln.