Professor Dr. med. Jutta Liebau mit einer Patientin

Brustverkleinerung (Mammareduktion)

Was kann eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) angezeigt sein?

Die Größe der weiblichen Brust unterliegt großen Schwankungen. Eine zu große Brust kann eine Vielzahl von Beschwerden bereiten. Typischerweise leidet die Patientin unter Rückenschmerzen und Verspannungen im Hals-Nacken-Bereich. Gelegentlich kommen Kopfschmerzen oder Migräneattacken hinzu. Manche Patientinnen nehmen eine Schonhaltung mit Vorfall der Schultern und nach vorne gebeugter Haltung ein. Die verbreiterten Träger des BHs schneiden in die Schulter ein und hinterlassen deformierende Furchen. Gerade im Sommer kann es zu wiederkehrenden Entzündungen im Bereich der Unterbrustfalte kommen. Neben den körperlichen Belastungen können auch psychische Probleme entstehen.

Die Brustverkleinerung ist das einzige Verfahren, das die Ursachen der Beschwerden behandelt. 93 bis 98 Prozent der operierten Frauen geben eine Besserung oder ein völliges Verschwinden der vorherigen Beschwerden an. Erfahrungsgemäß reduzieren die Patientinnen ein erhöhtes Körpergewicht innerhalb weniger Monate nach der Operation, und 60 Prozent treiben anschließend wieder mehr Sport.

Wie läuft die Behandlung bei einer Brustverkleinerung ab?

Bei der ersten ambulanten Untersuchung und nach der Befunderhebung, besprechen wir das OP-Verfahren und mögliche Risiken mit Ihnen. Liegt eine medizinische Notwendigkeit zur Verkleinerung der Brust wegen funktioneller Beeinträchtigungen vor, wird ein Antrag auf Kostenübernahme durch die zuständige Krankenkasse ausgestellt. Nach Überprüfung und Genehmigung der Operation durch die Krankenkasse kann ein Termin zur Operation vereinbart werden.

Am Vortag der Operation besprechen wir mit Ihnen noch einmal den Ablauf der Operation sowie die Narkose. Anschließend erfolgt eine Blutentnahme. Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag der Operation. Es sind nur wenige Tage Aufenthalt in der Klinik notwendig. Nach der Operation tragen Sie sechs Wochen lang einen Sport-BH zur Entlastung der Narben und zur Unterstützung der Brust. In den ersten Wochen sollten Sie zugunsten des Narbenbildes auf Sport und ausladende Bewegungen mit den Armen verzichten. Ein- bis zweimal täglich sollten die Narben mit einer fettenden Salbe massiert werden. Die Ausreifung der Narben kann bis zu einem Jahr dauern. Das endgültige Ergebnis der Operation kann meist nach drei bis sechs Monaten beurteilt werden.

Was geschieht bei der Operation zur Brustverkleinerung?

Bei der Brustverkleinerung wird das überschüssige Brustdrüsen- und Fettgewebe entfernt. Das verbleibende Restgewebe wird zu einer neuen kleineren und strafferen Brust geformt, und die meist zu tief sitzende Brustwarze wird mit ihrem Vorhof in Größe und Position der neuen Brust angepasst. Das Gefühl in den Brustwarzen und die Stillfähigkeit können mit den modernen Operationsmethoden in der Regel erhalten werden.

Abhängig von der Größe und Beschaffenheit der zu großen Brust kommen unterschiedliche Operationsverfahren in Betracht, die individuell an den jeweiligen Befund angepasst werden. Die Operation dauert etwa zwei Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. Die eingelegten Drainagen können meist nach ein bis zwei Tagen entfernt werden. Die verwendeten Fäden sind selbstauflösend. Die Wunden werden mit einem Folienverband abgedeckt, sodass Sie nach Entfernung der Drainagen direkt wieder duschen können.

Was ist das T-Schnitt-Verfahren zur Brustverkleinerung?

Das „T-Schnitt-Verfahren“ ist das klassische Verfahren der Brustverkleinerung. Die entstehende Narbe ähnelt einem Anker oder einem auf dem Kopf stehenden „T“. Die Narbe in der Brustumschlagsfalte wird durch die darüber sitzende Brust gut verdeckt. Die Narben am unteren Brustpol und um den Brustwarzenhof werden üblicherweise unauffällig. Das T-Verfahren ist die Methode der Wahl, wenn viel Gewebe entfernt werden muss oder wenn ein erschlaffter Hautmantel vorliegt. Ein Teil des entnommenen Gewebes wird verwendet um einen sogenannten „inneren BH“ zu formen und der Brust langfristig eine jugendliche Fülle auch im oberen Brustpol zu geben.

Wann ist eine Brustverkleinerung per i-Reduktion möglich?

Bei der „i-Reduktion“ entsteht eine Narbe um den Brustwarzenhof herum, die als Strich abwärts auf die untere Mitte der Brust verläuft. Die Narbe ähnelt einem „i“. Die beim „T-Verfahren“ in der Brustumschlagsfalte übliche Narbe kann vermieden werden. Nicht jede Patientin kommt für diese Methode der Mammareduktion infrage. Voraussetzung sind eine straffe Haut und eine nicht zu große Brust.