Fettabsaugung
Wann kann eine Fettabsaugung angezeigt sein?
Hartnäckige Fettpölsterchen, die weder durch Sport noch Gewichtsreduktion verschwinden, kommen bei vielen Frauen, aber auch bei Männern vor. Sie können überall am Körper entstehen, vor allem aber an den Hüften, an Gesäß und Bauch, am Hals oder an den Oberschenkeln.
Ein allgemein bekanntes Phänomen bei Frauen ist die sogenannte „Reithosendeformität“: überschüssige Fettablagerungen an Hüften und Oberschenkelaußenseiten. Diese veranlagungsbedingten unregelmäßigen Konturen können sehr stören, besonders bei Menschen, die im Übrigen mit ihrer Figur und Erscheinung zufrieden sind.
Was mit einer Operation verbessert werden kann, hängt vor allem von der Beschaffenheit der Haut ab. Denn deren Eigenschaften können wir nicht verändern. Sie sollte im Idealfall straff und elastisch sein, damit sie nach der Absaugung gut angelegt werden kann.
Die Fettabsaugung ist aber nicht Mittel der Wahl, wenn eigentlich eine Diät oder Sport angesagt wären. Sie dient vielmehr dazu, punktuell auftretende hartnäckige Fettpolster zu entfernen und dadurch Konturierung und Proportionierung der Figur zu verbessern.
Sprechen Sie bitte offen mit uns über Ihre Erwartungen und Vorstellungen und darüber, was Sie sich von der Operation erhoffen.
Wie ist der Behandlungsablauf bei einer Fettabsaugung?
Nachdem wir Sie zum ersten Mal ambulant untersucht haben und der Befund vorliegt, besprechen wir mit Ihnen das OP-Verfahren, die Narkoseform und ob eine stationäre Behandlung ratsam ist. Zudem klären wir Sie über mögliche Risiken auf. Anschließend legen wir Ihnen einen Kostenvoranschlag vor. Wenn Sie diesem zustimmen, können Sie mit uns – gern auch telefonisch – einen Behandlungstermin vereinbaren.
Bereits zwei Wochen vor der Operation sollten Sie die betroffenen Körperareale täglich mit einer hautstraffenden Lotion vorbereiten. Vor dem Eingriff passen wir Ihnen zudem ein Kompressionsmieder an. Bei einem Vorgespräch am Vortag der Operation erläutern wir noch einmal den Ablauf der Operation und die Art der Narkose.
In den ersten Tagen nach der Operation wird Ihre Bewegungsfreiheit leicht eingeschränkt sein. Die eingebrachten Hautfäden entfernen wir nach zwölf Tagen. Das unmittelbar nach der OP angelegte Kompressionsmieder sollten Sie sechs Wochen lang konsequent tragen – und bis dahin jede schwere körperliche Arbeit meiden.
Die Schwellungen gehen in den ersten Wochen meist sehr gut zurück. Das Ergebnis der Operation lässt sich nach drei bis sechs Monaten endgültig beurteilen. Indem Sie regelmäßig eine spezielle Creme auftragen, unterstützen Sie das Rückziehen der Haut und helfen so mit, das Operationsergebnis zu optimieren. Wenn die körperliche Belastung nicht zu groß ist, können Sie bereits nach wenigen Tagen wieder Ihrem normalen Alltag nachgehen. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt nach etwa sechs bis acht Wochen möglich.
Nach drei Monaten und nach einem Jahr bitten wir unsere Patient:innen nochmals zur Verlaufskontrolle.
Was geschieht bei der Operation zur Fettabsaugung?
Wir arbeiten mit der Wasserstrahl-Assistierten Liposuction (WAL). Technisches Herzstück dieses Verfahrens ist eine besondere Kanüle. Sie ermöglicht es, das Fettgewebe mithilfe eines feinen Wasserstrahls schonend aus dem Bindegewebe zu lösen und gleichzeitig Flüssigkeit und Fettgewebe abzusaugen. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile: Wir können wesentlich exakter arbeiten, es bleibt weniger Flüssigkeit im Gewebe zurück, und die Absaugung verläuft für Sie schonender als mit anderen Verfahren. Die Schmerzen nach der Operation und die Schwellung des Gewebes sind zudem deutlich geringer.
Die Dauer der Operation ist abhängig vom Ausmaß und von der Anzahl der Polster, die entfernt werden sollen. Dazu ein Beispiel: Für das Absaugen von Fett an Hüften und Oberschenkeln benötigen wir bei durchschnittlichem Befund etwa eine bis eineinhalb Stunden. Von der Dauer hängt auch die Entscheidung mit ab, ob in örtlicher Betäubung (möglicherweise mit Dämmerschlaf) oder in Vollnarkose operiert wird und ob ein kurzer stationärer Aufenthalt sinnvoll ist.
Die Kanüle wird über mehrere, nur wenige Millimeter große Stichinzisionen eingeführt. Diese Einstiche verschließen wir mit einer Naht. Drainagen sind nicht erforderlich. Unmittelbar nach der Operation legen wir Ihnen ein Kompressionsmieder an, das Ihnen zuvor angepasst wurde.
Grundsätzlich ist das Risiko bei der Fettabsaugung unter den entsprechenden Voraussetzungen besonders niedrig. Komplikationen lassen sich aber, wie bei jedem operativen Eingriff, nie vollständig ausschließen. Individuell sehr unterschiedlich sind beispielsweise Ausmaß und Dauer von Schwellungen und Blutergüssen, die nach jeder Operation auftreten. Sehr selten kommt es zu Infektionen des Wundgebietes, die aber – fachmännisch behandelt – das Ergebnis nicht unbedingt verschlechtern. Vorübergehend können Taubheitsgefühle an der Haut im operierten Bereich auftreten, bedingt durch die Irritation feinster Hautnerven. Im Verlauf der Heilung kehrt im Allgemeinen die Sensibilität in vollem Umfang zurück.
Gelegentlich ist ein Folgeeingriff erforderlich, um kleinere Unregelmäßigkeiten zu korrigieren. Diese sogenannten „Touch ups“ führen wir frühestens nach sechs Monaten durch – in örtlicher Betäubung und ambulant.