Professor Dr. med. Jutta Liebau mit einer Patientin

Ohrkorrektur (Otopexie)

Wann kann eine Ohrkorrektur (Otopexie) angezeigt sein?

Abstehende Ohren (sogenannte Segelohren) sind meist angeboren und der häufigste Grund für operative Eingriffe. Aber auch andere angeborene Fehlbildungen sind Anlass für Korrekturen, beispielsweise besonderes kleine oder große Ohren, große Ohrläppchen oder traumatisch bedingte Defektzustände (zum Beispiel nach Unfällen).

Unter abstehenden Ohren leiden vor allem Kinder, denn sie riskieren, in der Schule gehänselt zu werden. Eltern tun sicher gut daran, Hänseleien und daraus resultierende seelische Belastungen mit einer Operation zu verhindern. Dennoch: Auch das Kind selbst sollte voll und ganz mit der Operation und Veränderung einverstanden sein.

Eine Operation vor der Einschulung ist ein guter Zeitpunkt. Denn bis zum sechsten Lebensjahr hat die Ohrmuschel bereits 80 bis 90 Prozent ihrer Größe und Form erreicht. Eine Operation würde das weitere Wachstum des Ohres nicht behindern.

Die Ohrkorrektur ist übrigens auch in jedem Erwachsenenalter möglich.

Wie läuft die Behandlung bei einer Ohrkorrektur ab?

Nachdem wir Sie oder Ihr Kind zum ersten Mal ambulant untersucht haben und der Befund vorliegt, besprechen wir mit Ihnen das OP-Verfahren und klären Sie über mögliche Risiken auf.

Ist die Ohrkorrektur aus medizinischen Gründen erforderlich, wird ein Antrag auf Kostenübernahme durch die zuständige Krankenkasse ausgestellt. Wenn Ihre Krankenkasse Ihren Antrag genehmigt hat, können wir mit Ihnen einen Operationstermin vereinbaren.

Ist die Ohrkorrektur rein ästhetisch begründet, erhalten Sie einen Kostenvoranschlag von uns. Wenn Sie diesem zustimmen, können Sie mit uns – gern auch telefonisch – einen Behandlungstermin vereinbaren.

Am Vortag der Operation führen wir mit Ihnen ein Vorgespräch. Wir erläutern noch einmal den Ablauf der Operation und die Art der Narkose. Anschließend erfolgt bei Bedarf eine Blutentnahme. Die Patientinnen und Patienten müssen erst am Tag der Operation zu uns in die Klinik kommen, Kinder in Begleitung eines Elternteils. Es ist meist nur eine Übernachtung in der Klinik erforderlich.

Der direkt nach der Operation angelegte Kopfverband hilft, die Ohren zu schützen und die Form zu stabilisieren. Er wird am zweiten Tag nach der Operation gegen ein Stirnband ausgetauscht, das für weitere zwei bis drei Wochen Tag und Nacht getragen werden soll. Die Hautnähte lösen sich von selbst auf und müssen nicht gezogen werden.

Wie bei jeder Operation können auch bei einer Otopexie Blutergüsse und Schwellungen auftreten, die in der Regel von selbst abheilen. Infektionen des Wundgebietes sind sehr selten.

Die Narben sollten Sie mit einer fettenden Salbe pflegen. Die Ausreifung der Narben kann bis zu einem Jahr dauern. Kinder können nach einer Woche wieder zur Schule gehen. Auf Sport, vor allem Kontaktsport, sollten sie allerdings für vier Wochen verzichten.

Bei Erwachsenen kann der Eingriff auch ambulant in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Erwachsene können nach einer Woche wieder Ihrer gewohnten Arbeit nachgehen. Auch Erwachsene sollten auf Sport, vor allem Kontaktsport, für vier Wochen verzichten.

Was geschieht bei der Operation zur Ohrkorrektur?      

Prinzipiell können wir die Operation in Vollnarkose oder mit örtlicher Betäubung durchführen (möglicherweise zusätzlich mit Dämmerschlaf). Bei Kleinkindern empfehlen wir die Operation mit Vollnarkose, verbunden mit einem eintägigen Klinikaufenthalt. Ein Elternteil kann mit dem Kind stationär aufgenommen werden.

Eine Otopexie (das Anlegen der Ohren) dauert in der Regel eine bis eineinhalb Stunden. Es gibt unterschiedliche Methoden, die je nach Befund gewählt werden.

An der Ohrrückseite wird über einen kleinen Hautschnitt der Ohrknorpel freigestellt. Jetzt kann die Ohrmuschel in ihrer Form und Position verändert werden. Der Ohrknorpel wird an einigen Stellen geschwächt, um besser in Form gebracht werden zu können. Dauerhaft haltbare Nähte verankern den Ohrknorpel oder formen ihn. Manchmal kann es erforderlich sein, Teile des Knorpels zu entfernen, um eine möglichst natürlich wirkende Ohrmuschel zu erhalten. Nach der Operation wird ein Kopfverband angelegt.