Professor Dr. med. Jutta Liebau mit einer Patientin

Vergrößerte Brustdrüse beim Mann (Gynäkomastie)

Was ist eine Gynäkomastie (vergrößerte Brustdrüse beim Mann)?

Bei einer Gynäkomastie ist die männliche Brustdrüse vergrößert – meist beidseitig. Es gibt aber auch einseitige Ausprägungen. Während der Pubertät kommt es im Zuge hormoneller Umstellungen gelegentlich zur sogenannten Pubertätsgynäkomastie. Sie ist nicht krankhaft und tritt fast bei jedem zweiten Jugendlichen auf. Meist bildet sie sich spontan und komplett zurück.

Bei erwachsenen Männern bleibt die Ursache für eine Gynäkomastie oft unklar. Mögliche Ursachen sind eine veränderte Leberfunktion oder die Einnahme von Medikamenten. Aber auch übermäßiger Alkohol- oder Cannabis-Genuss oder die Einnahme anaboler Steroide können eine Gynäkomastie auslösen. In diesen Fällen muss der Patient zunächst sein Verhalten ändern, bevor an eine Operation zu denken ist. In seltenen Fällen kann ein Tumor die Gynäkomastie verursachen.

Patienten mit gravierendem Übergewicht sollten vor einer Operation zunächst abnehmen, um die Gynäkomastie auf ihr tatsächliches Maß zu reduzieren.

Wie ist der Behandlungsablauf bei einer Gynäkomastie?

Bevor wir operieren, klären wir die Ursache der Gynäkomastie. Um mögliche hormonelle Auslöser auszuschließen, werden Sie auch von einem Urologen oder einer Urologin untersucht. Liegt der Befund vor, besprechen wir mit Ihnen das OP-Verfahren und klären Sie über mögliche Risiken auf.

Ist die Operation aus medizinischen Gründen erforderlich, wird ein Antrag auf Kostenübernahme durch die zuständige Krankenkasse ausgestellt. Wenn Ihre Krankenkasse Ihren Antrag genehmigt hat, können wir mit Ihnen einen Operationstermin vereinbaren.

Am Vortag der Operation sprechen wir mit Ihnen noch einmal über den Ablauf der Operation und die Narkose. Anschließend erfolgt eine Blutentnahme. Stationär aufgenommen werden Sie am nächsten Tag. Sie müssen nur wenige Tage in der Klinik bleiben.

In den ersten Tagen nach der Operation ist Ihre Bewegungsfreiheit leicht eingeschränkt. Die während der Operation eingelegten Drainagen entfernen wir meist nach wenigen Tagen. Sind die Drainagen entfernt, können Sie sofort wieder duschen, weil wir die Wunden mit einem Folienverband schützen. Zum Wundverschluss benutzen wir selbstauflösendes Nahtmaterial.

Nach der Operation erhalten Sie ein Kompressionsmieder, das sie sechs Wochen lang tragen sollten. In dieser Zeit sollten Sie auch nicht schwer körperlich arbeiten. Die Schwellungen gehen in den ersten Wochen meist sehr gut zurück. Das endgültige Ergebnis der Operation ist nach etwa drei Monaten zu sehen. Wenn Sie regelmäßig Ihre Wundsalbe auftragen und die Narben nicht direkt der Sonne aussetzen, werden sie fein und unauffällig verheilen. Mäßige körperliche Belastung vorausgesetzt, können Sie schon nach wenigen Tagen wieder Ihrem normalen Alltag nachgehen. Sport ist nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nach etwa sechs Wochen möglich.

Nach drei Monaten sowie nach einem Jahr bitten wir unsere Patienten nochmals zur Verlaufskontrolle.

Was geschieht bei der Gynäkomastie-Operation?

Wir führen die Operation stationär bei Vollnarkose durch. Die Operationsdauer beträgt in der Regel eine bis eineinhalb Stunden. Dabei entfernen wir vermehrtes Brustdrüsengewebe über einen Hautschnitt am Unterrand des Brustwarzenhofes – in der Regel kombiniert mit einer Fettabsaugung. Diese Methode minimiert Blutverluste und ermöglicht es, eine gleichmäßige Kontur zu formen.

Bei größeren Hautüberschüssen lässt sich das Gewebe mit einem Schnitt um die gesamte Brustwarze herum straffen. Nur selten ist dabei ein Schnitt in der Unterbrustfalte nötig. Üblich ist, eine Drainage in den operierten Bereich zu legen. Sie kann meist nach wenigen Tagen entfernt werden. Unmittelbar nach der Operation müssen Sie ein Kompressionsmieder anlegen.

Liegt vorwiegend überschüssiges Fettgewebe ohne krankhafte Vermehrung von Drüsengewebe vor, können wir den Eingriff auf die Fettabsaugung begrenzen.