Bösartige Tochtergeschwülste in der Lunge (Lungenmetastasen)
Was verbirgt sich hinter der Diagnose?
Lungenmetastasen (Absiedlungen, Tochtergeschwulste) sind Tumore, die ursprünglich an anderen Stellen im Körper entstanden und über das Blut oder die Lymphgefäße in die Lunge eingewandert sind. Die ursprünglichen Tumore (Primarien) befinden sich zum Beispiel in der Leber, im Darm, in der Brust oder in der Niere. Prinzipiell kann aber jeder Tumor Metastasen in der Lunge bilden. Nach Lungenmetastasen wird bei Patientinnen und Patienten mit bekannter Krebserkrankung im Rahmen der Tumornachsorge gezielt gesucht. Manchmal werden die Metastasen jedoch vor dem Primärtumor entdeckt. Dann kann die Lungenmetastase nach ihrer Entfernung unter dem Mikroskop analysiert werden, um den Ursprung der Erkrankung herauszufinden. Die Entfernung einer Lungenmetastase kann folglich sowohl einen diagnostischen Zweck haben als auch in Fällen, in denen eine vollständige Entfernung aller Metastasen möglich ist, therapeutischer Natur sein, also eine kurative Krebsbehandlung darstellen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Wie bei einem von der Lunge ausgehenden Krebs werden auch zur Diagnose von Lungenmetastasen zunächst hochauflösende CT-Bilder angefertigt sowie Herz- und Lungenfunktion getestet, um zu prüfen, ob eine operative Entfernung infrage kommt. Ist eine Metastasenentfernung möglich und sinnvoll, wird der Umfang der Operation mit den Betroffenen besprochen.
Wie läuft die Operation ab?
Eine Metastasenentfernung erfolgt stets mit derselben Sorgfalt wie eine Lungenkrebsoperation bei einem Primärtumor.
Liegen viele Metastasen vor, können nicht alle entfernt werden. Dann werden in einer kleinen, minimalinvasiven Operation lediglich zwei bis drei gut erreichbare Metastasen zu diagnostischen Zwecken entfernt, um genügend Material zur Klassifizierung des Tumors zu bekommen. Basierend auf dem Ergebnis planen Onkologinnen und Onkologen beim Tumorboard eine individuelle, gezielte Therapie.
Besteht hingegen die Möglichkeit, alle Metastasen zu entfernen, selbst wenn sie beidseitig auftreten, wird dies zu therapeutischen Zwecken vorgenommen. Auch dies ist in den meisten Fällen minimalinvasiv möglich. Abhängig vom Ort des Primärtumors werden dabei zudem die zur Lunge gehörenden Lymphknoten mit entfernt. Dies ist zum Beispiel bei Dickdarm-, Nieren- und Brustkrebs der Fall.