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Deformation des Brustkorbs (Trichterbrust – Korrektur nach Nuss)

Was verbirgt sich hinter der Diagnose Trichterbrust?

Die Trichterbrust ist eine deutlich sichtbare, trichterförmige Eindellung des Brustkorbs. Diese Fehlbildung ist angeboren, wird aber zumeist während der Wachstumsphase in der Pubertät sichtbar. In dieser Zeit kommt es zu einem Fehlwachstum der Rippen, des Brustbeins und der diese Strukturen verbindenden Knorpel: Da die Knochen zu lang sind, sinkt der vordere Teil des Brustkorbs ein.

Die Trichterbrust (Pectus excavatum) ist die häufigste Deformität des vorderen Brustkorbs. Dabei sorgen verlängerte Knorpel zwischen Brustbein und Rippen dafür, dass der vordere Teil des Brustkorbs einsinkt und trichterförmig nach innen steht. Diese Erkrankung ist angeboren und die genaue Ursache unklar. Eine Trichterbrust tritt familiär gehäuft auf und betrifft Jungen fünfmal häufiger als Mädchen. Während des Längenwachstums in der Pubertät kommt es häufig zu einer Verstärkung des Trichters. Andere Erkrankungen, wie Fehlstellungen der Wirbelsäule (Skoliose, Kyphose) oder eine genetische Veränderung des Bindegewebes (Marfan-Syndrom), können mit einer Trichterbrust einhergehen.

Eine Trichterbrust kann sich negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken, da sie die Funktion von Herz und Lunge beeinträchtigen kann. Doch auch psychisch kann sie belastend für die Erkrankten sein, da das körperliche Erscheinungsbild nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Diagnostik umfasst neben einer umfangreichen körperlichen Untersuchung und einer Bilddokumentation folgende Verfahren:

  • Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie)
  • Atemmessung unter Belastung (Spiroergometrie)
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie)
  • Kernspintomografie/Magnetresonanztomografie des Thoraxes

Basierend auf den Bildern der Kernspintomografie wird der sogenannte Haller-Index berechnet. Dafür wird der weiteste Abstand zwischen den rechten und linken Rippen durch den kürzesten Abstand zwischen Brustbein und Wirbelsäule geteilt. Je größer der Haller-Index, desto ausgeprägter ist die Trichterbrust. Bei gesunden Menschen liegt der Haller-Index bei etwa 2,5. Ein Haller-Index von mehr als 3,25 gilt als krankhaft.

Wie läuft die Operation ab?

Wir behandeln eine Trichterbrust mit der Methode von Nuss. Dabei wird bei einer Thorakoskopie (Spiegelung der Brusthöhle) ein Metallbügel hinter dem Brustbein eingebracht, durch den das Brustbein aufgerichtet und die Form des Brustkorbes normalisiert wird. Der Metallbügel verbleibt vier Jahre im Körper und wird dann entfernt. Als Folge der Operation verbleiben zwei etwa zwei Zentimeter lange Narben beidseits seitlich am Brustkorb. Ein Schnitt in der Mittellinie ist nicht mehr notwendig. Der stationäre Aufenthalt nach der Operation beträgt etwa zehn Tage. In den ersten sechs Wochen nach der Operation sollten sportliche Aktivitäten vermieden werden.