Lungenkollaps (Pneumothorax)
Was verbirgt sich hinter der Diagnose Lungenkollaps?
Bei einem Pneumothorax gelangt über eine Undichtigkeit in der Lunge, ein sogenanntes Luftleck, Luft in den Pleuraspalt, also den Raum zwischen der inneren Auskleidung der Brustwand (Pleura parietalis) und der äußeren Haut der Lunge (Pleura visceralis). Der Pleuraspalt hält normalerweise durch den dort herrschenden relativen Unterdruck die Lungenflügel beweglich an der Brustkorbinnenwand. Dringt jedoch Luft in diesen Spalt ein, fällt die Lunge in sich zusammen.
Dabei wird unterschieden zwischen:
- einem primären Spontanpneumothorax (meist bei jungen Patienten)
- einem sekundären Pneumothorax (mit einer Erkrankung des Lungengewebes als Ursache)
- einem traumatischen Pneumothorax (nach einer Verletzung)
Die Symptome können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein und reichen von fast keiner bis hin zu schwerer Atemnot, aus der eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann.
Wie wird ein Lungenkollaps behandelt?
Vorab wird mithilfe eines Röntgenbildes die Diagnose gestellt. Dann erfolgt als erste Maßnahme die Entlastung des Pneumothoraxes, wenn Betroffene unter Atemnot oder starken Schmerzen leiden. Ein primärer Pneumothorax kann bei lungengesunden Patient:innen zunächst mittels einer Thoraxdrainage konservativ behandelt werden. Sollte die Lunge sich daraufhin nicht komplett ausdehnen oder länger als fünf Tage fisteln (undicht sein), wird, um die Dichtigkeit wiederherzustellen, eine minimalinvasive Operation avisiert. Nach einem sekundären oder traumatischen Pneumothorax sollte stets zuerst eine Thoraxdrainage gelegt werden, bevor anschließend die Indikation für eine Operation anhand des individuellen Operationsrisikos der erkrankten Person bestimmt wird.
Behandlung eines Pneumothorax ohne Operation
Zur Behandlung eines kleinen Spontanpneumothorax ist eine mehrtägige Schonung unter ärztlicher Beobachtung und begleitet von Röntgenkontrollen ausreichend, da der Körper kleine Luftansammlungen selbst abbauen kann. Bei einem größeren Pneumothorax wird eine Drainage (also ein Schlauch) von außen in den Pleuraspalt gelegt, über die die eingedrungene Luft entweichen kann. Bei einem Spannungspneumothorax wird eine große Hohlnadel in den Pleuraspalt eingeführt, damit die Luft schnell entweichen kann. Anschließend wird die nachströmende Luft über eine Saugdrainage abgeleitet, die mehrere Tage im Körper verbleibt.
Notwendigkeit einer Operation bei einem Pneumothorax
Eine Operation wird bei einem Leck, das sich nicht von selbst schließt, oder bei Verletzungen der Lunge nötig.
Wie läuft die Operation ab?
Die Operation erfolgt in der Regel thorakoskopisch per VATS (Schlüssellochtechnik) über zwei bis drei Zugänge. Über diese wird der Lungenbereich mit dem „Luftleck“ entfernt und anschließend wieder verschlossen. Um das Risiko des Wiederauftretens eines Pneumothoraxes zu verringern, wird im oberen Bereich das Rippenfell entfernt und im unteren Bereich das verbleibende Rippenfell mit einem Edelgas und elektrischem Strom angeraut (Argonplasmakoagulation). Das führt zu einer Verklebung des Rippenfells mit dem Lungenfell. Am Ende der Operation wird eine Thoraxdrainage in den Brustkorb eingebracht und für mindestens 48 Stunden dort belassen.