Zwerchfelllähmung
Was verbirgt sich hinter der Diagnose Zwerchfelllähmung?
Das Zwerchfell ist ein großer kuppelförmiger Muskel, der die Bauchorgane von den Lungenflügeln trennt. Durch Heben und Senken des Zwerchfells füllt sich die Lunge mit Luft und entleert sich wieder. Das Zwerchfell ist also der wichtigste menschliche Atemmuskel. Es arbeitet rund um die Uhr, ohne dass wir es aktiv wahrnehmen. Ist ein Teil des Zwerchfelles jedoch gelähmt, erhebt sich der betroffene Zwerchfellbereich und presst dadurch die Lunge zusammen, sodass das Luftholen erschwert wird. Vor allem Liegen und Bücken sind dann problematisch, wodurch der Alltag von Betroffenen massiv eingeschränkt wird.
Eine Zwerchfelllähmung kann durch die Beschädigung von Zwerchfellnerven im Bereich des Halses entstehen, zum Beispiel durch einen Unfall oder eine Wirbelsäulenoperation. Auch einige orthopädische Erkrankungen im Hals-Nacken-Schulterbereich können zu einer Reizung und Lähmung des Zwerchfellmuskels führen. Nach herzchirurgischen oder kardiologischen Eingriffen tritt ebenfalls manchmal eine solche Lähmung auf. In etwa der Hälfte der Fälle ist jedoch kein besonderer Grund für die Erkrankung erkennbar (idiopathisch).
Wie läuft die Behandlung ab?
Nicht jeder Zwerchfellhochstand geht mit einer Lähmung des Zwerchfells einher. Um die Diagnose zweifellos zu bestätigen, werden zunächst mehrere Untersuchungen durchgeführt, um das Ausmaß der Zwerchfelllähmung und der dadurch bedingten Beeinträchtigung festzustellen. Je nach Ursache der Zwerchfelllähmung ist sogar eine Spontanheilung möglich. Sie kann jedoch über ein Jahr dauern, sodass die Untersuchungen eventuell nach einigen Monaten wiederholt werden müssen. Eine Operation wird erst dann angedacht, wenn eine spontane Abheilung nicht mehr zu erwarten ist.
Unsere Klinik ist in dieser Diagnostik spezialisiert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Zwerchfelllähmung. Die genaue Interpretation der erhobenen Befunde ist elementar, um ein adäquates Behandlungsergebnis zu erreichen.
Wie läuft die Operation ab?
Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv mittels einer Brustkorbspiegelung (videoassistierte Thorakoskopie, VATS). Dabei wird der hochstehende, gelähmte Zwerchfellbereich durch eine Naht (ähnlich einem Abnäher) zusammengerafft und dadurch heruntergezogen, sodass die Lunge wieder mehr Platz zum Atmen hat. Zusätzlich wird das Zwerchfell durch ein Kunststoffnetz, ähnlich wie sie bei Leistenbruchoperationen eingesetzt werden, verstärkt, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen. Auch wenn sich die Lähmung des Zwerchfelles durch diese Operation nicht umkehren lässt, führt diese doch zu einer schnell spürbaren Verbesserung der Lebensqualität.
Nach der Operation kommen unsere Patientinnen und Patienten einmal jährlich zur ambulanten Nachbetreuung in unsere Sprechstunde, um den Verlauf im Auge zu behalten und mögliche Spätfolgen zeitnah zu entdecken.