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Hallux rigidus (Verschleiß des Großzehengrundgelenks)

Was ist ein Hallux rigidus? 

Beim Hallux rigidus handelt sich um einen zunehmenden Verschleiß des Großzehengrundgelenks. Durch die Arthrose wird eine Einsteifung des Gelenkes begünstigt. Das Abrollen des Fußes ist erschwert und bereitet Schmerzen. Nicht selten wird der Fuß über den Fußaußenrand abgewickelt. Knöcherne Spornbildungen über der Streckseite des Gelenkes führen zu einem Konflikt im Schuh.

Die Ursache ist in den meisten Fällen nicht zu ermitteln. Verletzungen oder Stoffwechselerkrankungen wie die Gicht können einen Hallux rigidus auslösen. Eine seitliche Abweichung zeigt sich im Gegensatz zum Hallux valgus nicht. 

Wie wird der Hallux rigidus behandelt? 

Die gebräuchlichsten Operationsverfahren beim Hallux rigidus sind die Cheilektomie, die OP nach Kessel Bonney, die Einsteifung des Gelenks und die OP nach Keller-Brandes. 

Bei der ersten ambulanten Untersuchung und nach der Befunderhebung sowie Röntgenuntersuchung besprechen wir mit den Patientinnen und Patienten das OP-Verfahren, die Nachbehandlung und die möglichen Risiken. Am Vortag der Operation besprechen wir mit Ihnen noch einmal den Ablauf der Operation sowie die Narkose. Erst am Tag der Operation kommen Sie stationär zu uns in die Klinik. 

Wie funktioniert die Cheilektomie? 

Im frühen Stadium bei noch teilweise erhaltener Beweglichkeit und radiologisch moderaten Veränderungen ist die Abtragung der knöchernen Randleisten die Methode der Wahl bei einem Hallux rigidus. Hierdurch wird die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks spürbar verbessert und der Druck im Schuh beseitigt. 

Die Patientinnen und Patienten sollen das Gelenk direkt nach der Operation aktiv und passiv beüben, um den erzielten Bewegungsumfang zu erhalten und damit keine funktionsbeeinträchtigenden Narben entstehen. 

Wann erfolgt eine Operation nach Kessel Bonney? 

Wird bei einem Hallux rigidus durch die Cheilektomie nicht die gewünschte Beweglichkeit einer circa 80-Grad-Streckung intraoperativ erreicht, wird die Beweglichkeit durch die Entnahme eines kleinen Knochenkeils aus dem Grundglied der Großzehe verbessert. Dieses Verfahren ist die Operation nach Kessel Bonney. 

Die Patientinnen und Patienten sollen das Gelenk direkt nach der Operation aktiv und passiv beüben, um den erzielten Bewegungsumfang zu erhalten und damit keine funktionsbeeinträchtigenden Narben entstehen. 

Wann erfolgt eine Arthrodese (Einsteifung) des Grundgelenks? 

Bei der Arthrodese, also der Einsteifung des Grundgelenks, bei bestehendem Hallux rigidus wird der Restknorpel entfernt, und das Grundgelenk wird durch eine Verschraubung fest an dem Mittelfußknochen fixiert.  

Bei fortgeschrittenen Arthrosen ist die Indikation zur operativen Einsteifung des Gelenks gegeben. Keine andere Methode, ob konservativ oder operativ, kann hier einen dauerhaften Erfolg in Aussicht stellen.  

Um ein Abrollen des Fußes zu gewährleisten, wird die Zehe in einer leichten Streckstellung eingestellt. Der Erfolg der Methode besteht in einer schmerzfreien Belastung des Fußes. Ein hinkendes Gangbild tritt nicht ein. Abgesehen von Schuhen mit hohem Absatz kann jeder Konfektionsschuh getragen werden. 

Wann ist eine Keller-Brandes-Operation angezeigt? 

Das Keller-Brandes-Verfahren ist eine Operationsmethode, die heute nur noch sehr selten zur Behandlung des Hallux rigidus durchgeführt wird. Ein Teil des Grundgliedes der Großzehe wird entfernt. Eine kräftige Narbe ersetzt das Gelenk.  

Indiziert ist dieses Verfahren nur noch bei Patientinnen und Patienten ohne großen Anspruch an ihre Mobilität.