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Sprunggelenkprothese/ Künstliches Sprunggelenk

Bei schwerem schmerzhaftem Verschleiß des oberen Sprunggelenks und fehlenden gelenkerhaltenden Optionen bestehen die operativen Möglichkeiten der Versteifung oder Implantation eines künstlichen Sprunggelenks. Die Versteifung ist die klassische etablierte Technik mit verlässlich prognostizierbaren Erfolgsaussichten, aber auch naturgemäß Defiziten bei Verlust der OSG Beweglichkeit.

Die OSG Endoprothetik ist ein deutlich „neueres“ Verfahren und wurde in den 70er Jahren begonnen. Am Anfang lagen schlechte Ergebnisse vor, was den Eindruck bei vielen Orthopäden bis heute geprägt hat. Die Implantationen in der sogenannten 1. Generation waren durch weite Knochenresektionen und aufwendige Zementierungen gekennzeichnet. Dies lag neben dem Fehlen adäquater Implantate auch an der vorliegenden komplexen Biomechanik des Sprunggelenkes bei häufig posttraumatischen inkongruenten Situationen und kleiner Gelenkfläche bei hohen Belastungen.

Seit den 90er Jahren bestehen nun zunehmend neuere Prothesenmodelle, die zusammen mit besserem Verständnis der Biomechanik, der Patientenselektion und Weiterentwicklung der OP-Techniken zu deutlich besseren Ergebnissen führten. Aktuell können den Patientinnen und Patienten auf Basis der Registerdaten aus Großbritannien und Skandinavien Haltbarkeiten der 1. Prothese von 85-90% über 10 Jahre in Aussicht gestellt werden.

Die Anzahl der implantierten künstlichen Sprunggelenke ist dennoch immer noch etwas eher seltenes und wird nur in spezialisierten Kliniken in relevanter Zahl durchgeführt. 

Die Abwägung ob bei fortgeschrittenem Verschleiß eine Prothese oder eine Versteifung besser ist, stellt immer wieder eine anspruchsvolle Abwägung dar. Generell kann hier nicht eindeutig verallgemeinert werden für welche Patientengruppe was besser ist, da viele Aspekte gegeneinander abgewogen werden müssen. Allgemein kann man sagen, dass bei Prothesen deutlich häufiger Zusatzeingriffe vorgeschaltet oder während des Eingriffes erfolgen. Ebenfalls ist bei Prothesen im Verlauf mit einem Lockerungsprozess und Notwendigkeit zu Folgeeingriffen zu rechnen. Man verspricht sich von der Prothese eine bessere Funktion, harmonischeres Gangbild und ein Schutz der angrenzenden Gelenke vor Überlastung, Verschleiß und Notwendigkeit zur Anschlussversteifungen.

Im ZFSmax am Florence-Nightingale-Krankenhaus werden seit vielen Jahren Prothesen am oberen Sprunggelenk in hoher Zahl mit sehr guten Ergebnissen implantiert. Wir verwenden dabei ausschließlich Prothesen mit den besten und verlässlichen Studiendaten und nutzen in der Planung modernste Methoden mit patientenindividueller CT Planung. Auch Prothesen-Wechseleingriffe am oberen Sprunggelenk führen wir durch, wenn adäquate Knochensubstanz gegeben ist.