Lungenkrebs (Lungenkarzinom)
Was verbirgt sich hinter der Diagnose Lungenkrebs?
Ein Lungenkarzinom ist eine bösartige Erkrankung des Lungengewebes. Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) zählt zu den häufigsten Malignomen in der westlichen Welt. Hauptursache für die Entstehung eines Lungenkarzinoms ist das Rauchen. Etwa 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen sind Folge des Tabakkonsums. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, ist eine Heilung meist möglich. Allerdings treten anfangs nur selten Symptome auf.
Wenn Betroffene Symptome bemerken, sind dies meist:
- Husten
- Auswurf (manchmal blutig)
- Gewichtsabnahme (mehr als zehn Prozent des Körpergewichts in drei Monaten)
- Schmerzen im Bereich des Brustkorbs, der Schultern oder des Rückens
- Atemnot und Fieber
Wie wird Lungenkrebs behandelt?
Die Behandlung von Lungenkrebs richtet sich nach der Art des Tumors sowie dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten. Handelt es sich um einen nicht-kleinzelligen Lungentumor ist eine Operation das erste Mittel der Wahl. Nach einer vollständigen Entfernung des erkrankten Gewebes stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung gut.
Kann der Tumor aufgrund seiner Ausbreitung nicht mehr operativ entfernt werden, können eine Chemo- oder Bestrahlungstherapie helfen, das Tumorwachstum zu verlangsamen. Zudem können weitere Medikamente je nach individueller Situation der Betroffenen zum Einsatz kommen.
Zunächst erfolgt eine diagnostische Abklärung mittels Bronchoskopie (Lungenspiegelung), Lungenfunktionsprüfung, Computertomografie des Brustkorbes und des Bauchraumes mit Kontrastmittel, Ganzkörper-PET (bildgebende Methode zur Darstellung von Tumoren) oder Kernspintomografie (MRT) sowie MRT-Untersuchung des Schädels, um das klinische Stadium der Erkrankung zu ermitteln und die histologische Art des Tumors (Gewebetyp) zu bestimmen.
Die onkologische Behandlung eines Lungenkarzinoms setzt sich aus drei Bereichen zusammen:
- Onkologische Thoraxchirurgie (Entfernung des erkrankten Gewebes)
- Chemotherapie
- Strahlentherapie
Welche therapeutischen Maßnahmen im Einzelfall notwendig sind, wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unter Berücksichtigung der individuellen Situation der erkrankten Person festgelegt. Bei etwa 25 Prozent der Patientinnen und Patienten ist eine Kombination aller drei Behandlungsmöglichkeiten erforderlich.
Wie läuft die Operation ab?
Eine operative Entfernung des Lungenkarzinoms ist nach wie vor das erste Mittel der Wahl in der Therapie, sofern der Tumor durch den Eingriff komplett entfernt werden kann. Wann immer es sinnvoll ist, sollte eine solche Operation minimalinvasiv (per Schlüssellochtechnik) gewebeschonend und ‑erhaltend (Manschettenresektion, Bronchoplastik, Segmentresektion) erfolgen. Eine Pneumonektomie (Entfernung eines ganzen Lungenflügels) sollte dabei möglichst vermieden werden, um die postoperative Lungenfunktion und damit die Lebensqualität der Betroffenen so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Patientinnen und Patienten mit einem Lungenkarzinom im Frühstadium werden bei uns bereits mit individuellen, gewebesparenden Methoden operiert, um die Beeinträchtigungen nach dem Eingriff gering zu halten.
Je frühzeitiger Lungenkrebs entdeckt wird, desto höher sind die Chancen auf Heilung. Hat sich der Tumor bereits weiter im Körper ausgebreitet oder Metastasen gebildet, sind umfassendere Therapiemaßnahmen notwendig.
Sollte eine Heilung nicht mehr möglich sein, liegt unser Augenmerk darauf, die Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen auf einem möglichst hohen Niveau zu halten.
Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs
Kann der Krebs aufgrund seiner Ausbreitung nicht mehr operiert werden, können eine Chemotherapie oder eine zusätzliche Bestrahlung helfen, das Tumorwachstum zu verlangsamen. Weitere Medikamente können je nach individueller Situation zum Einsatz kommen. Der kleinzellige Lungenkrebs kann zwar nur bei wenigen Patienten erfolgreich operiert werden, jedoch helfen auch hier Chemotherapie und Bestrahlung, um das Tumorwachstum zu bremsen.
Wodurch wird Lungenkrebs ausgelöst?
Der größte Risikofaktor für ein Lungenkarzinom ist das Rauchen. Rund 90 Prozent der Männer und mindestens 60 Prozent der Frauen, die an diesem Krebs erkrankt sind, haben aktiv geraucht. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Andere Faktoren spielen eine eher untergeordnete Rolle. Etwa neun bis 15 von 100 Lungenkrebsfällen werden auf verschiedene kanzerogene (krebserregende) Stoffe zurückgeführt, darunter Asbest, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Quarz- und Nickelstäube (laut Robert-Koch-Institut).
Sind Raucher:innen stärker gefährdet an Lungenkrebs zu erkranken?
Der absolute Großteil aller Lungenkrebs-Patienten sind oder waren Raucher:innen. Rauchen schädigt die Zellen der Lungen, und zwar irreversibel.
Um den Patient:innen zu helfen, vom Rauchen loszukommen, bietet das Lungenkrebszentrum ein Nichtraucherprogramm an. Dabei geht es darum, die Raucher für ihre Sucht zu sensibilisieren. Das Angebot möchte zum Aufhören motivieren, ohne dabei abzuschrecken.